14-jähriger Quadfahrer aus Baunatal: Mit über 100 auf dem Nürburgring

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Er ist der Schnellste: Dominik Capozzolo aus Baunatal fährt auf seinem Quad in der Deutschen Meisterschaft vorne mit. Auf dem Nürburgring fuhr er kürzlich die schnellste Runde. Vater Oliver (im Hintergrund) verlädt auf dem Gelände von Jupp’s Garage in Großenritte die 26 PS starke Rennmaschine in den Transporter.

Baunatal. „Wenn ich am Start stehe, mache ich mir keine Gedanken mehr“, sagt Dominik Capozzolo. Hat der 14-Jährige Großenritter erst den Helm über den Kopf gezogen und sein 26 PS starkes Quad gestartet, dann wird er unter dem bissigen Knattern der Maschine zum Rennfahrer. Dann verfliegen alle Gedanken über mögliche Gefahren des Motorsports.

Der Schüler der Baunataler Theodor-Heuss-Schule, der ansonsten eher ein wenig schüchtern wirkt, startet in seiner ersten Saison bei Quad-Rennen für Jugendliche. Auf dem Asphalt des Nürburgrings ist er ebenso zuhause wie auf Gras- und Speedwaybahnen in ganz Deutschland. In der Deutschen Meisterschaft liegt der Neueinsteiger derzeit auf Platz 4. Mit einem guten Ergebnis beim Finale am 8. Oktober in Olching bei München kann er sogar noch Vizemeister werden.

Kurzclip: Dominik Capozzolo auf seinem Quad

Der schnelle Erfolg des Großenritters ist bemerkenswert. Er habe bei dem Papa schon immer ein wenig zugeschaut, erzählt Dominik. Schließlich startet Vater Oliver Capozzolo (36) in der Deutschen Meisterschaft in der Klasse bis 700 Kubikzentimeter. Aber so richtig habe er sich bislang noch nicht für den Rennsport interessiert, gibt der Schüler zu. Bei einem Trainingstag in der Nähe von Eisenach habe ihn ein Organisator gefragt, ob er nicht mal ein paar Runden drehen wolle, erinnert sich Dominik. Gesagt, getan. Der Schüler testete, war schnell und fährt seit dem in der deutschen Spitze mit. „Ich habe es einfach ausprobiert.“

Der Aufwand für eine Saison bei den jugendlichen Quad-Fahrern ist allerdings beachtlich. 25 000 Euro müssen die Capozzolos laut Vater Oliver aufbringen. Benzin, Ersatzteile, Reifen, Startgeld und natürlich die High-Tech-Maschine für alleine 10 000 Euro - da komme einiges zusammen.

Für Einsteiger gehe es auch billiger, sagt der Großenritter. Angefangen hat Dominik auch mit einem Quad für 3500 Euro. Jetzt hat der Vater, der beruflich Quads verkauft, eine Rennmaschine mit dem Namen „Stage 6“ aufgebaut. „Das ist ein Novum auf dem Markt“, sagt der 36-Jährige.

Kurzclip: Dominik Capozzolo auf seinem Quad

Mit über 100 km/h ist Dominik Capozzolo mit dem Vierrad auf den Rennpisten unterwegs. In der Serie auf der Müllenbachschleife des Nürburgrings war er mit Abstand der schnellste - im Quad-Sport heißt das Speedmaster. Im nächsten Jahr wollen die Großenritter bei der Europameisterschaft mitmischen. „Das geht nur, wenn wir einen Sponsor haben“, sagt Oliver Capozzolo. Immerhin stehen 24 Rennen für 2012 auf dem Terminplan. Über die Zeit darüber hinaus will sich Dominik noch keine Gedanken machen. An eine Karriere als Rennfahrer - wie beispielsweise bei Sebastian Vettel - denkt der 14-Jährige Baunataler jedenfalls nicht. „Die Formel 1 hat mich noch nicht interessiert.“

Von Sven Kühling

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