15-Millionen-Projekt: Firma testet Getriebe für VW-Werk

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Der Startschuss für den Bau des Getriebe-Testzentrums am Lohfeldener Rüssel ist gefallen: Bagger sind im Einsatz, um den den Baugrund für die Errichtung des Gebäudes mit elf Prüfständen vorzubereiten.

Lohfelden/Baunatal. Im Gewerbegebiet am Lohfeldener Rüssel ist der Grundstein für ein Getriebetest-Zentrum mit elf Prüfständen gelegt worden. Investor des Projekts ist die GIF-Gesellschaft für Industrieforschung aus Alsdorf bei Aachen. Wichtigster Kunde: Das VW-Werk in Baunatal.

Der Weltmarktführer im Antriebsstrang-Testing investiert für seinen vierten Standort in Deutschland 15 Millionen Euro und schafft in Lohfelden 32 neue Arbeitsplätze. Das hochmoderne Testzentrum soll am 1. Oktober 2014 in Betrieb gehen.

Die Errichtung der neuen Niederlassung sei ein wichtiger Teil der globalen Expansionsstrategie für die kommenden Jahre, „die Automobilhersteller werden in Deutschland, China und den USA immer mehr Leistungen in der Antriebsstrang-Entwicklung und -Prüfung auslagern“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Dr. Ing. Ulrich Rohs, vor zahlreichen Gästen während der Grundsteinlegung in der Matthäus-Merian-Straße.

Das kleine Bild zeigt Heiko Knop an einem Prüfstand für Getriebe im Baunataler VW-Werk.

Dr. Rohs kündigte an, dass im neuen Testzentrum „in unmittelbarer Nähe des Partners Volkswagen“ nicht nur Prüfstände für Otto- und Dieselmotoren entstehen. „Hybrid und E-Mobilität erfordern modernste Prüftechnologie“, die in Lohfelden installiert werde, sagte der geschäftsführende Gesellschafter. Die Leitung der neuen Niederlassung übernimmt Dipl. Ing. Andreas Olf (37), der seit 2010 als stellvertretender Leiter am GIF-Standort in Wolfsburg tätig ist.

Prominente Unterstützung erhielten die Experten während der Grundsteinlegung von Dipl. Ing. Klaus Heber, Leiter der Entwicklung Komponenten im Geschäftsfeld Getriebe von VW in Baunatal: „Wir brauchen kompetente Partner in der Umgebung“, sagte Heber, der die langjährige Partnerschaft mit dem Prüfdienstleister GIF hervorhob und dem gemeinsamen Vorhaben alles Gute wünschte.

Er sei stolz auf die Ansiedlung des Getriebe-Testzentrums in Lohfelden, sagte Bürgermeister Michael Reuter. Der Verwaltungschef überbrachte auch die Grüße der Stadt Kassel als Partnerin im interkommunalen Gewerbegebiet. Reinhold Hoischen von Intercomp Prozess- und Analysentechnik sprach für die benachbarten Unternehmen.

Hintergrund

Das Baunataler VW-Werk benötige drei verschiedenen Arten von Getriebe-Testständen, erläutert VW-Sprecher Rudi Stassek. Erstens nutzen die Ingenieure solche Testgeräte für die Entwicklung neuer Getriebeteile. Zweitens gibt es Funktionsprüfstände für die in Serie produzierten Getriebe. Und drittens werden Anlagen für Dauertest benötigt. Letzteres biete die Firma GIF an, so Stassek. Ein Getriebe aus dem VW-Werk laufe dort im Schnitt 100.000 Kilometer in einem Zeitraum von bis zu vier Wochen.

Laut Stassek fällt durch das neue Angebot der GIF im Werk in Baunatal keine Arbeit weg. Im Gegenteil: Auch am Standort des Autobauers werden die Kapazitäten im Prüfstand-Sektor derzeit noch erhöht, so der Sprecher.

Insgesamt bewertet VW die Ansiedlung von GFI in der Nachbarschaft positiv. Es sei wichtig, sagt Stassek, „dass die jetzt gleich um die Ecke sind. Für uns ergibt sich daraus der Vorteil kurzer Wege.“

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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