Hof Gundelach in Vollmarshausen präsentierte sich nach der Betriebserweiterung mit Tag der offenen Tür

160.000 Hühner in vier Ställen

Interesse an Hähnchenhaltung: Manfred Schmidt (von links), Monika Holzhauer mit Enkelin Sharleen (9) und Landwirt Ferdinand Schäfer informierten sich in Vollmarshausen. Im Hintergrund sind die fertiggestellten, neuen Hähnchenmastställe des Hofs Gundelach zu sehen. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach wurde von der Firma Stiens aus Kaufungen installiert. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. Mit einem Tag der offenen Tür hat der Vollmarshäuser Landwirt Jost Gundelach am Wochenende seine neue Hähnchenmastanlage der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Interesse an der Erweiterung auf die Haltung von jetzt insgesamt 160.000 Jungtieren fiel relativ gering aus.

Nur wenige Besucher oder Kollegen aus der Landwirtschaft wollten die zwei neuen Betonställe sehen, in denen ab 24. April jeweils 40.000 Hühner gemästet werden.

Nur sechs Monate hat es gedauert, bis die beiden je 100 mal 20 Meter großen Hallen errichtet waren. Das Fertigfutter für die Tiere wird in vier hohen Silos gelagert. Zugefüttert wird Weizen aus eigener Produktion.

Die gerade geborenen Küken werden mit Transportfahrzeugen in Vollmarshausen angeliefert. Sie werden bis zu 40 Tage in den Betonställen gemästet, bevor sie - etwa 2500 Gramm schwer - in der Betriebsstätte des Partnerunternehmens Stolle in Gudensberg geschlachtet und zu Grillhähnchen, Hähnchenschenkeln oder Hühnerbrust weiterverarbeitet werden. An einer Videowand informieren sich die Besucher über die Haltung der Tiere. Fütterung, Lüftung und Heizung in den tagesbelichteten Ställen sind vollautomatisch. Für Reinigungszwecke können die Futter- und Wassernäpfe nach oben gezogen werden.

Die massenhafte Haltung oder Mästung von Hühnern in oft dunklen Ställen oder auf engem Raum ist nach wie vor umstritten. „Die Diskussion wegen unserer Betriebserweiterung ging manchmal unter die Gürtellinie“, sagte Ruth Gundelach, die ihren Ehemann mit drei Mitarbeitern auf dem Bauernhof unterstützt.

Noch reicht der Platz im Hähnchenstall: Die Küken sind fünf Tage alt, sie fressen aus den gelb-roten Pal-Futtertöpfen. Das Wasser in den roten Schalen kommt aus einer Lubing-Tränke mit Nippel.

Die Besucher Manfred Schmidt (64) und Monika Holzhauer (63) aus Besse stehen der Massentierhaltung seit einem TV-Bericht über Hühnerhaltung kritisch gegenüber. Ferdinand Schäfer (48) sieht eine Hauptursache für die Massentierhaltung im Verhalten vieler Verbraucher, die oft nur auf den Preis achten. „Ich habe aber Verständnis für Kollegen, die ihr Tätigkeitsfeld erweitern, um den Betrieb für die Zukunft zu rüsten“, sagte der Milchkuhzüchter aus Velmeden. Ein weiterer Besucher aus dem Bereich Landwirtschaft meinte, dass Tierschutzaspekte in Deutschland eher eingehalten würden als etwa in Osteuropa, Südamerika oder in den USA.

Für Jost Gundelach, der das Investment für die Erweiterung einschließlich Nebenanlagen mit 2 Millionen Euro bezifferte, hat sich die Hähnchenmast zu einem wichtigen Standbein neben seinem 110 Hektar großen Hof entwickelt.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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