Bundessieger bei Jugend forscht

19-jähriger Baunataler Robin Braun baut sechsbeinigen Laufroboter

Baunatal. Robin Braun ist eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher. Der 19-Jährige lebt in Baunatal, besucht das berufliche Gymnasium der Max-Eyth-Schule Kassel und spielt gerne PC-Spiele. Was ihn aber von vielen Gleichaltrigen unterscheidet, ist seine große Begeisterung für Technik, die ihm den Bundessieg bei Jugend forscht beschert hat.

Gemeinsam mit Philipp Mandler (19) aus Edermünde und Anselm Dewald (19) aus Kassel hat Robin einen sechsbeinigen Laufroboter, einen sogenannten Hexabot, konstruiert und programmiert, mit dem beispielsweise im Katastrophenfall eingestürzte Gebäude erkundet und von dort Echtzeitbilder gesendet werden können.

Schon als Kind habe er am liebsten mit Lego gespielt, gebaut und gebastelt, erinnert sich Robin. Die Begeisterung dafür hat ihm wohl sein Vater in die Wiege gelegt. Der ist selbst leidenschaftlicher Tüftler und arbeitet als Werksbetreuer in der Qualitätssicherung bei VW in Baunatal. Robin hat seinen Vater dorthin früher oft begleitet und an Werksführungen teilgenommen. „Mich interessiert Technik an sich einfach“, versucht der Baunataler seine Begeisterung zu erklären. Ihn fasziniere, dass ein Motor ohne menschliches Zutun einfach laufe.

Zur Robotik kam der Jugendliche allerdings erst durch das Projekt Hexabot. Was ursprünglich als kleines Vorhaben aus eigenen Mitteln geplant war, fand beim Schülerforschungszentrum Nordhessen schnell großen Anklang und landete schließlich beim Bundeswettbewerb Jugend forscht.

Ein Blick ins Innere: Der Hexapod ist mit einem Computer ausgestattet. Viele Schrauben und etliche Meter Kabel wurden verbaut.

Nach dem Sieg dort wurde das Trio nach Berlin ins Bundeskanzleramt eingeladen, wo es Angela Merkel traf. „Es war anders, als ich es mir vorgestellt hatte, nicht so formell“, berichtet Robin. Die Kanzlerin habe in kleiner Runde sogar persönliche Fragen zugelassen. Von Berlin aus fuhr das Team nach Warschau, um am Europäischen Forschungswettbewerb teilzunehmen. Mit ihrem Hexabot belegten sie dort den dritten Platz.

Nach dem ganzen Trubel ist Robin erst einmal froh über ein bisschen Freizeit. Jetzt kommt der 19-Jährige endlich dazu, seinen Führerschein zu machen - den er von seinem Anteil an den Preisgeldern bezahlt. Als Nächstes steht das Abitur an. Er sei kein Überflieger, sondern eher durchschnittlich schlecht in der Schule, sagt Robin. Er sei froh, wenn er das Abitur habe. Danach möchte er gerne eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker bei VW machen. Sein Wunsch ist, später im Bereich Qualitätssicherung zu arbeiten, so wie sein Vater. „Hauptsache, es ist etwas Technisches“, ist sich Robin sicher.

Von Nicole Schippers

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.