Wegen schweren Raubes vor Gericht: Zwei junge Männer wollten in Lohfelden Geldprobleme mit Überfall lösen

20-Jähriger muss hinter Gitter

Lohfelden . Obwohl er unter Bewährung stand, ließ sich ein 20-Jähriger im Oktober vergangenen Jahres zu einem falschen Freundschaftsdienst hinreißen: Sein 19-jähriger Kumpel brauchte Geld, weil er Spielschulden hatte, deshalb schlug er einen Überfall auf einen Lohfeldener vor, der mit Marihuana handelte.

Jetzt wurden die beiden Freunde von der 10. Strafkammer des Landgerichts Kassel wegen besonders schweren Raubes verurteilt. Sie waren an jenem Tag angeblich aus heiterem Himmel auf die Idee gekommen, „jemanden abzuziehen“, erinnerte sich der 20-Jährige vor Gericht. Als sein Freund ihn bat, das mit ihm gemeinsam durchzuziehen, habe er sich zunächst geweigert, dann jedoch breitschlagen lassen. „Wir sind zusammen aufgewachsen, wir helfen uns gegenseitig.“ Er nahm ein Küchenmesser mit, sein Freund, so hatte er es bei der Polizei ausgesagt, hatte einen Schlagring dabei. Vor Gericht bestritten die beiden, dass ein solcher Gegenstand im Spiel war.

In der Wohnung des Lohfeldeners befand sich noch ein zweiter Mann, als die beiden Angeklagten dort aufkreuzten. Sie unterhielten sich ein paar Minuten miteinander, das Gespräch soll sich um den Kauf von Marihuana gehandelt haben, ein Beutel mit Marihuana lag auf dem Tisch. Da zückte der 20-Jährige das Messer und rief: „Alles auf den Tisch!“ Die beiden überrumpelten Männer packten ihre Geldbörsen aus, der 20-Jährige fischte um die hundert Euro heraus.

Der 19-Jährige schnappte sich währenddessen das Marihuana und ließ es in einem Rucksack verschwinden. Die beiden kassierten noch die Handys der überrumpelten Opfer ein und verschwanden, die Mobiltelefone warfen sie am Ausgang in den Briefkasten.

Das 19-jährige Opfer hielt sich am Montag mit Blick darauf, dass es sich wegen seiner Drogengeschäfte selbst belasten könnte, zurück. In dürren Sätzen schilderte er den Vorfall, dabei blieb es. Er habe zuvor schon psychische Probleme gehabt, nach dem Erlebnis seien die noch heftiger geworden, im Moment absolviert er eine Drogentherapie. Die beiden Angeklagten entschuldigten sich bei ihm, rückgängig konnten sie die Sache damit freilich nicht machen.

Beide sind einschlägig vorbestraft, der 20-Jährige hatte erst kurz zuvor seine Bewährungsstrafe kassiert. Die 10. Kammer verurteilte das Duo zu Jugendstrafen. Beide seien aufgrund ihrer mangelnden Reife noch nicht mit Erwachsenen gleichzustellen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Bei dem 20-Jährigen wurde die vorherige Strafe einbezogen, er muss nun für zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Der 19-Jährige kommt mit einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren davon; er muss außerdem hundert Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich wegen seiner Spielsucht beraten lassen.

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