Öffentliche Flächen in Vellmar müssen intensiv gepflegt werden – 644 000 Euro stehen im Haushalt

25 000 Narzissen blühen im Park

Erste Blüten: Der Ahnepark wird sich vor Ostern schon etwas bunter präsentieren als noch vor einigen Wochen. Tausende von Blumen sind dann dort zu sehen. Foto: Wewetzer

Vellmar. Die ersten Osterglocken und Krokusse blühen und die 18 000-Einwohner-Stadt Vellmar bereitet sich auf die warme Jahreszeit vor. Denn das viele Grün ist ein Markenzeichen der Stadt - mit dem Ahnepark als Vorzeigeobjekt. Die Kehrseite der Medaille: Dies alles muss intensiv gepflegt werden, um Vellmars Ruf als blühende, grüne Stadt zu erhalten.

Auch Saisonkräfte

Und das kostet Geld. 644 000 Euro - genauso viel wie im vergangenen Jahr - sind für die Pflege des öffentliche Grüns im aktuellen Haushaltsentwurf der Stadt veranschlagt - inklusive der Personalkosten. Ein dicker Brocken, der jetzt Diskussionen darüber auslöste, ob nicht in diesem Bereich zur Entlastung des Haushalts - es fehlen 2,4 Millionen Euro - gespart werden kann. So könnten drei Saisonkräfte gestrichen und damit 40 000 Euro gespart werden.

Zum Vergleich: In Kaufungen mit seinen knapp 13 000 Einwohnern sind für das Grün 300 000 Euro - inklusive Personal - veranschlagt. Aber: Dort sind unter diesem Ansatz auch die Kosten für die 17 Spielplätze verbucht. Das ist in Vellmar nicht der Fall. Baunatal (28 000 Einwohner) ist die Pflege des Grüns mit Personal im aktuellen Etat 700 000 Euro wert. Darin enthalten sind auch die Bänke und die Betreuung der Skateranlage. Gepflegt werden 17 000 Bäume im Stadtwald.

Bei der Pflege Geld einzusparen, sei nicht ganz einfach, erläutert der Vellmarer Bauhofleiter Günter Pleyer. Beispiel: Bestimmte Rasenflächen nur noch in größeren Abständen zu mähen, sei schwierig. Denn die Mäher des Bauhofes seien auf intensive Pflege ausgelegt. Wächst das Gras zu hoch, können sie nicht eingesetzt werden. Unterdessen laufen die Pflegearbeiten in Vellmar vor Ostern auf Hochtouren. „Für uns ist jetzt schon Hauptsaison“, sagt Pleyer. Allein für den Grünbereich sind regelmäßig 20 der 36 Bauhof-Mitarbeiter abgestellt.

Alter Baumbestand

Um einen Eindruck von der Vielfalt zu vermitteln: 6000 Bäume zieren heute die Straßen und Plätze. 25 000 Narzissen, 20 000 Anemonen, dazu 10 000 Tulpen und 15 000 Krokusse blühen jährlich allein im Ahnepark. Und die Verkehrsinseln werden gern in den Vellmarer Farben Rot und Weiß bepflanzt.

Besonders der Baumbestand macht viel Arbeit. Da die Stadt Vellmar bei Unfällen haftet, die auf unsachgemäße Pflege zurückzuführen sind - wie zum Beispiel bei herabstürzenden Ästen -, müssen die Gehölze regelmäßig untersucht werden. Der Altbestand von 2000 Bäumen - das sind die mehr als 30 Jahre alten Stämme - muss zwei Mal, die 4000 Jungbäume müssen ein Mal jährlich kontrolliert werden. Gerade die Weiden, von denen im Altbestand besonders viele im Ahnepark stehen, sind bruchgefährdet und damit pflegeintensiv.

„Für uns ist jetzt schon Hauptsaison.“

Bauhofleiter Günter Pleyer

„Der Arbeitsaufwand ist enorm“, sagt Pleyer. Denn allein die Kontrolle eines alten Baumes dauert bis zu zehn Minuten. Pflegeschnitte gibt es deswegen das ganze Jahr über. „Den klassischen Frühjahrsputz gibt es längst nicht mehr“, weiß Pleyer. „Wir haben immer reichlich zu tun.“

Von Stefan Wewetzer

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