Vor dem Kasseler Landgericht

Prozessauftakt: 32-Jähriger soll Feuer bei Spedition gelegt haben

Kaufungen/Kassel. Sieben Monate nach dem Großbrand auf dem Gelände einer Spedition in Kaufungen-Papierfabrik muss sich jetzt ein 32-jähriger Mann aus Sachsen wegen schwerer Brandstiftung vor dem Kasseler Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem Einbruchdiebstahl und das Inbrandsetzen eines gestohlenen Autos vor.

Laut Anklage soll der 32-Jährige am Abend des 13. Januar über ein Flachdach und durch ein Fenster in ein Großraumbüro eingedrungen sein, das von einem Beratungsunternehmen angemietet worden war. Dort habe er Schränke durchwühlt, zwei Autoschlüssel entwendet und schließlich einen Brand gelegt.

Anschließend soll der Mann auf einem benachbarten Firmengelände einen Ford Transit gestohlen haben. Er habe sogar noch versucht, den Wagen vor Ort zu betanken. Von jemandem auf sein Tun angesprochen, sei der 32-Jährige mit dem Transporter dann durch eine Schranke gebrettert und geflohen. Einige Tage später habe er das Auto abgefackelt.

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Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte das grobe Tatgeschehen offenbar nicht bestritten, aber angegeben, er könne sich in weiten Teilen nicht mehr erinnern. Laut seinem Verteidigers machte er geltend, er habe massiv unter dem Einfluss der Droge Chrystal Meth gestanden und über Tage nicht geschlafen, als ihm die Idee kam, zu der Spedition zu fahren. Dort sei er früher beschäftigt gewesen. Der 32-Jährige soll offene Lohnforderungen erwähnt haben.

Den Angaben zufolge kann sich der Angeklagte nicht erinnern, das Büro bewusst in Brand gesteckt zu haben. Wohl aber daran, dass er mit einer Kerze durch die dunklen Räume lief. Die vermietete Büroetage brannte an jenem Abend aus. Eine Kerze war aber noch auf einem der Schreibtische identifizierbar. Vor dem Brand sei sie nicht dort gewesen, sagte dessen Besitzer als Zeuge aus.

Vermutlich habe der Angeklagte die Kerze in einem anderen Raum gefunden, wo sie noch von der Weihnachtsfeier übrig war. Dass die Etage nicht mehr von der Spedition selbst genutzt wurde, sei möglicherweise im Kerzenschein nicht gleich erkennbar gewesen, sagte der Zeuge auf Nachfrage.

Menschen waren bei dem Brand nicht zu Schaden gekommen. Allerdings hatten sich etliche Beschäftigte der Spedition auf dem Gelände aufgehalten. Ein Werkstattmitarbeiter, der an jenem Sonntagabend Dienst hatte, erklärte dem Gericht, im Erdgeschoss des betroffenen Gebäudes gebe es eine Stempeluhr, einen Pausenraum sowie eine Kaffeemaschine für die Fahrer.

Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Von Katja Schmidt

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