Lohfelden unterstützt Erweiterung der Kompostanlage in Vollmarshausen

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Weitere Fermenter für die Vergärungsanlage: Wo jetzt noch Grünabfälle gelagert werden, will der Landkreis neben weiteren Maßnahmen drei neue Fermenter an die schon vorhandenen acht anbauen.

Lohfelden. Der Eigenbetrieb Abfallentsorgung des Landkreises Kassel will 3,8 Millionen Euro investieren, um die Kapazität der seit drei Jahren betriebenen Bio-Kompostierung in Vollmarshausen um 50 Prozent zu erhöhen. Die Gasproduktion soll auf 1,8 Millionen Kubikmeter jährlich steigen.

Hintergrund der Erweiterung sind neue Kooperationen des Landkreises Kassel mit dem Werra-Meißner-Kreis und der Stadt Kassel, die der Anlage künftig insgesamt rund 20.000 Tonnen im Jahr aus der getrennten Sammlung in ihren Bereichen andienen wollen.

Dafür will der Landkreis in Vollmarshausen den Aufnahmebereich erweitern, drei zusätzliche Fermenter errichten und die Nachrotte- und Versickerungsflächen für die Grün- und Bioabfälle vergrößern lassen. Die Planung sieht außerdem den Bau eines neuen Betriebsgebäudes im Eingangsbereich vor.

Das bei Vollmarshausen aus dem Grün- und Bioabfall produzierte Gas nimmt die Gemeinde Lohfelden über eine Fernleitung in drei Kraftwärmekopplungs-Anlagen zur Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude ab. Der erzeugte Strom wird im Rathaus und Bürgerhaus verbraucht und ansonsten in das öffentliche Netz eingespeist.

Aus Lohfelden gab es jetzt grünes Licht für die Pläne des Landkreises Kassel, dieKompostierungs- und Vergärungsanlage in Vollmarshausen zu erweitern. Der notwendigen Änderung des Bebauungsplans stimmte das Gemeineparlament mit großer Mehrheit zu. Ein Kommunalpolitiker sprach sich wegen der Geruchsbelästigungen gegen die Planänderung aus.

Der in Vollmarshausen beheimatete Gemeindevertreter Dieter Eckert von der Unabhängigen Liste Lohfelden (U2L) stimmte gegen die Bebauungsplanänderung. Eckert begründet seine Ablehnung hauptsächlich mit Geruchsbelästigungen. Schon jetzt habe der Vollmarshäuser Bürger bei schlechter Wetterlage den Duft von der Bio-Vergärungsanlage in der Nase. Wegen ähnlicher Probleme habe man auch an anderer Stelle Gutachten gefordert und schließlich nachbessern müssen, sagte er der HNA auf Nachfrage.

Zur Umsetzung der geplanten Baumaßnahmen wird eine Erweiterung der bestehenden Anlage um insgesamt drei Hektar erforderlich. Das Kommunalparlament sprach sich einstimmig für den dafür notwendigen Grundstückstausch mit einem Landwirt aus. (ppw)

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