Kirchner übernimmt Richter-Hallen – Strom für mehr als 400 Haushalte in Lohfelden

4500 Solarmodule geplant

Neues Leben für alte Gebäude: Die Richter-Hallen in Lohfelden werden von der Kirchner Solar Group zu einem Zentrum für erneuerbare Energien ausgebaut. Auf den riesigen Dachflächen soll Sonnenstrom erzeugt werden. Archivfoto: Schindler

Lohfelden. Die Gemeinde Lohfelden entwickelt sich zu einem Zentrum für erneuerbare Energien. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei die Firma Kirchner Solar Group. Mehr als 3,2 Millionen Euro investiert das Unternehmen in Lohfelden.

Vergangene Woche hat der Unternehmer Lars Kirchner aus Alheim (Kreis Hersfeld-Rotenburg) bereits die erste Solartankstelle an der Bücherei in Lohfelden eröffnet (wir berichteten); hier kann man kostenlos Energie für E-Fahrzeuge zapfen. Der Strom kommt von einem Solarbaum auf dem Dach der Bücherei, der der Sonne nachgeführt wird.

Außerdem wurden in der Bücherei Räume für solare Bildungsveranstaltungen für Schüler eröffnet.

Doch Kirchner will viel mehr: Ende 2013 soll in den früheren Richter-Hallen ein „Zentrum für erneuerbare Energien“ eröffnet werden. Kirchner hat dazu die ehemaligen Industriehallen von der Gemeinde gekauft.

Die Vorbereitungen für das Projekt sind bereits angelaufen. In einem ersten Schritt sollen auf den Dächern des Industriekomplexes 4500 Solarmodule installiert werden.

Der hieraus gewonnene und in das Netz eingespeiste Strom von bis zu 800 000 Kilowattstunden reicht aus, um mehr als 400 Haushalte ein Jahr lang mit elektrischer Energie zu versorgen.

1,2 Millionen Euro kostet die Erneuerung des Dachs, zusätzlich will der Solar-Unternehmer Kirchner zwei Millionen Euro in die Fotovoltaikanlage investieren, erläutert Frank Altrogge, Lohfelden-Beauftragter der Kirchner-Gruppe.

Bürger können investieren

An dem Solarprojekt sollen sich auch Lohfeldener Bürger finanziell beteiligen können.

In den Hallen, in denen die Firma Alstom Power Energy jetzt noch große Anlagen für die chemische Industrie fertigt, soll ein Informations- und Schulungszentrum zu den Themen Fotovoltaik, Windkraft, Biogas und Erdwärme entstehen. Außerdem will die Kirchner-Gruppe in dem ehemaligen Industriedomizil eine Event-Halle für wechselnde Präsentationen und Veranstaltungen errichten.

„Wir gehen sonnigen Zeiten entgegen“, sagt Bürgermeister Michael Reuter (SPD). Er verspreche sich von der Kirchner-Gruppe nachhaltige Lösungen für die Zukunft.

Die Immobilie soll im Januar 2012 an Kirchner übereignet werden. „Wir wollen aber bereits ab 1. November mit der Dachsanierung beginnen“, sagt Altrogge. Die mit asbesthaltigem Material gedeckten Dächer werden erneuert. Außerdem sollen alle Hallen künftig von einer neuen Heizungsanlage mit Wärmeenergie versorgt werden.

„Die Kirchner-Gruppe wird auch Biogas von der Gemeinde übernehmen“, sagt Altrogge. Vorgesehen sei, Kirchner einen Teil des Wärmeüberschusses aus dem nebenan errichteten Biogas-Blockheizkraftwerk zur Verfügung zu stellen, bestätigt der Bürgermeister.

Im November wird sich das Gemeindeparlament mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für die Richter-Hallen und die umliegenden Flächen befassen. In der angrenzenden Grünen Mitte möchte Kirchner Solarbäume aufstellen. HINTERGRUND Infos: Kirchner Solar Group, 0 56 64/93 91 10. www.kirchner-solar-group.de

Von Hans-Peter Wohlgehagen und Holger Schindler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.