Nachfrage nach Unterstützungprogramm des Bundes nimmt in Stadt und Landkreis Kassel langsam zu

9350 Anträge auf Bildungspaket

Gregor

kreis kassel. Das Bildungspaket des Bundes kommt bei immer mehr Familien im Landkreis und in der Stadt Kassel an. So landen auf den Schreibtischen des Jobcenters Landkreis Kassel wöchentlich circa 40 Anträge. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Es besteht weiter Informations- und Beratungsbedarf, denn viele Eltern nehmen die Förderung nicht wahr.

Das belegen die jüngsten Zahlen des Jobcenters. 3619 Kinder bis 17 Jahre und 1248 Erwachsene bis 25 Jahre aus Hartz-IV-Familien können Leistungen aus dem Bildungspaket beziehen und gleich mehrere Leistungen beantragen. Beim Jobcenter lagen bis Ende September jedoch lediglich für 630 Kinder 2433 Anträge vor: 2388 wurden bewilligt, 45 abgelehnt. „Wir wissen, wie knapp die Ressourcen in den Familien sind“, sagt Gregor Vick, Leiter des Jobcenters. Daher verstehe er nicht, warum viele Hartz-IV-Empfänger die finanzielle Hilfe nicht beantragten.

Die Mitarbeiter der Landkreisverwaltung sowie des Jobcenters würden in Beratungsgesprächen auf die Fördermöglichkeiten hinweisen. Auch Schulen und Kindergärten seien ausreichend informiert.

Ein Problem sei aber die Stigmatisierung. Wenn jemand einen Antrag für den Sportverein-Beitrag stellt, sehen das auch die Vereinsverantwortlichen – denn der Beitrag geht direkt auf das Konto des Trägers. Formale Hürden sieht Vick nicht. „Die Anträge sind auf einen Minimalkonsens zusammengedampft. Diese Informationen muss man haben, um eine Entscheidung treffen zu können“, erklärt Vick. Trotzdem muss das Jobcenter oftmals nachfragen. Der Großteil der Dokumente wird unvollständig eingereicht. Wird nachgebessert, wird der Antrag meist genehmigt. Für Ablehnungen gibt es andere Gründe. Etwa, wenn das monatliche Budget für die kulturellen Angebote in Höhe von zehn Euro ausgereizt ist.

Beim Landkreis Kassel wurde bislang kein Antrag abgelehnt. Über die Verwaltung erhalten Bezieher von Wohngeld oder Kinderzuschlag Unterstützung aus dem Bildungspaket. Bis Ende September sind 750 Anträge in der Verwaltung eingegangen, etwa die Hälfte davon wird noch bearbeitet. 1700 Menschen können Hilfe beantragen. „Wir haben 45 Prozent erreicht, da hat sich etwas getan“, ist Kreissprecher Harald Kühlborn zufrieden. Dennoch sehen Kühlborn und Vick noch Potenzial. Sie gehen davon aus, dass die Anzahl der Anträge bei Jobcenter und Landkreis bis Jahresende steigen wird. „Dann ist der Berg erreicht, auf dem es bleibt.“

Archivfotos: nh/hog

HINTERGRUND / STICHWORT

Von Anke Laumann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.