Gemeinde kontrolliert Tempo

A44-Baustelle: Bis zu 400 Lkw pro Tag durch Helsa

Helsa. Um die A44 bei Helsa zu bauen, müssen riesige Massen an Erde bewegt werden. Vor drei Wochen haben die Erdtransporte per Lastwagen zur Deponie Hirschberg begonnen.

Seither fahren etwa hundertmal am Tag leere Schwerlastwagen auf ihrem Rückweg von der Erddeponie über die Friedrichsbrücker Straße nach Helsa und weiter zur A44-Baustelle. Viele Lastwagen seien dabei viel zu schnell unterwegs, so lautet die Klage von Anwohnern. Die Gemeinde lässt die Geschwindigkeit jetzt kontrollieren.

Weil die Straße für Lkw im Begegnungsverkehr zu schmal ist, wurde sie für den sonstigen Verkehr gesperrt. Anlieger können die Straße jedoch nutzen, um zu ihren Grundstücken zu fahren.

Wir fragten Anwohner, wie sie mit der Lkw-Belastung zurechtkommen. Die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus. Während unmittelbare Anwohner der Friedrichsbrücker Straße unter der Verkehrsbelastung stöhnen, fühlen sich Bewohner etwa des nahen Finkenwegs durch die Sperrung für den Normalverkehr sogar entlastet.

„Ich frage mich, wer hält das aus?“, klagt Elke Schlotzhauer. Sie wohnt in einer Kurve der Friedrichsbrücker Straße kurz vor der Ortsmitte. „Unerträglich“ nennt sie den Lärm durch die schweren Lkw, die mit ihren vier oder fünf Achsen vor ihrer Tür den Berg hinabfahren. Die Fenster könne sie nicht mehr öffnen. Viele Lkw-Fahrer seien viel zu schnell unterwegs. „Die brettern hier mit 60 km/h runter“, sagt die 48-Jährige. „Wenn ich auf den Hof fahren will, ist das ein Risiko.“ Denn wegen der Kurve könne sie nicht sehen, wann sich ein Lastwagen nähere. „Wenn hier ein Kind über die Straße ginge, das wäre mausetot“, meint sie.

Drei Jahre lang werden die Schwertransporter die Erde abfahren. Ihre Zahl wird sich – je nach Stand der Bauarbeiten – auf bis zu 400 Lkw pro Tag erhöhen.

Bisher sei es kein Problem, meint eine Anwohnerin des Finkenwegs, die ihren Namen nicht in der Zeitung sehen will. Vor der Sperrung, als auch Pkw und vor allem Motorräder die Strecke nutzten, sei es lauter gewesen.

„Wir haben jetzt weniger Verkehr als vorher“, sagt auch Roland Kreft, der an einem geraden Stück der Friedrichsbrücker Straße wohnt, wo die Lkw ausrollen. „Ich habe kein Problem, auf die Straße zu kommen.“ Die Lkw seien relativ schnell, findet Sabine Klockmann, die am Finkenweg nur wenige Meter von der Lkw-Trasse lebt. Trotzdem sei die Verkehrsbelastung geringer als vorher. Vor allem Motorradfahrer hätten die kurvige Friedrichsbrücker Straße als Rallyestrecke missbraucht. „Jetzt ist es am Abend und am Wochenende schön ruhig“, sagt sie.

A44: Tunnelbau ab nächster Woche

An der A44-Baustelle im Bereich Helsa wird zurzeit in zwei Bereichen kräftig gearbeitet.

• Tunnel Hirschhagen: Der 4,1 Kilometer lange Tunnel zwischen Helsa und Hessisch Lichtenau wird von zwei Seiten gegraben. Auf der Ost-Seite bei Hess. Lichtenau hat der Vortrieb in den Berg bereits begonnen. Die zwei Röhren sind jetzt 200 beziehungsweise 300 Meter tief in das Gestein gegraben, sagte Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus der HNA. Auf der West-Seite bei Helsa laufen derzeit die Vorarbeiten. Der Tunnelmund mit den beiden Röhren wurde mit Beton stabilisiert. Mit den eigentlichen Tunnelbauarbeiten auf Helsaer Seite solle nächste Woche begonnen werden, möglicherweise schon am Montag.

• Erdarbeiten an der freien A44-Strecke: Zwischen dem Tunnel Hirschhagen und der geplanten Anschlussstelle Helsa-Ost wird die Autobahn auf einer zwei Kilometer langen Strecke in den Hang des Stiftswalds gebaut. Dazu muss viel Erde abgetragen werden. Der Boden wird zurzeit per Lkw zur Deponie Hirschhagen gebracht. Die leeren Lkw fahren auf dem Rückweg zur A44-Baustelle durch Helsa. (hog)

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