Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch kommt nach Kaufungen

A 44: Gibt es am Montag mehr Klarheit?

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Druckmittel: Die Gemeinden Kaufungen und Helsa behalten es sich vor, gegen die Autobahnpläne zu klagen. Große Tafeln an den Ortseingängen - hier in Oberkaufungen - informieren über den geltenden Beschluss: Keine A 44 im Lossetal.

Kaufungen / Helsa. Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) ist optimistisch. Weil die Pläne der Landesregierung für die Autobahn 44 im Lossetal seit einigen Wochen wieder hohe Wellen schlagen, könne Hessens Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch (FDP) kaum mit leeren Händen anreisen.

Der Staatssekretär - rechte Hand des aus Kaufungen stammenden Verkehrsministers Florian Rentsch (FDP) - kommt am Montag zur Sitzung der Arbeitsgruppe A 44 im Kaufunger Rathaus.

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Lesertreff zur A 44

Die informelle Runde wurde von der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck (Niestetal) ins Leben gerufen, nachdem der Gesprächsfaden zwischen der Landesregierung und den betroffenen Kommunen abgerissen war. Seither ist die Runde in unregelmäßigen Abständen zusammengekommen.

Kommunen nicht informiert

Konkrete Ergebnisse haben die Treffen, an denen neben Gottschalck, Saebisch und Roß auch die Bürgermeister Tilo Küthe (Helsa) und Andreas Siebert (Niestetal), Landrat Uwe Schmidt (alle SPD) und Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) teilnehmen, bislang allerdings nicht gebracht.

Bis heute wurden die Kommunen vom Land nicht über die einschneidenden Änderungen der Autobahnplanung informiert. Von der einschneidendsten Änderung, dem geplanten Wegfall der Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa, erfuhren die Betroffenen durch eine Recherche der HNA. „Fakt ist: Bis heute wurden die Kaufunger Interessen weder in die Planungen einbezogen, noch wurde die Gemeinde an der aktuellen Planung des Autobahnprojekts beteiligt“, moniert Bürgermeister Roß. Den Gemeinden Helsa und Niestetal sowie der Stadt Kassel geht es nicht besser.

Der Runde Tisch A 44, an dem Vertreter der Parteien und Bürgerinitiativen im Lossetal sitzen, formuliert es drastischer. Die Straßenbaubehörde Hessen Mobil und das Land arbeiteten an der Planung „wie an einer Geheimsache, ohne Beteiligung der betroffenen Bürger und Gemeinden“. Bei ihrer Strategie fahren die Kommunen und der Runde Tisch zweigleisig: Sie wollen den Dialog mit dem Land, um möglichst viele ihrer Forderungen durchzusetzen, sind notfalls aber auch bereit, gegen die Autobahnpläne zu klagen. Grundlage für rechtliche Schritte ist der gleichlautende Beschluss der Parlamente von Kaufungen und Helsa, der nach wie vor gilt. Er lautet: „Keine A 44 im Lossetal“.

Die wichtigsten Forderungen zur A44 aus Kaufungen/Helsa

Bundesstraße 7 ist unerlässlich

+ Die Bundesstraße 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa muss erhalten bleiben. Anderenfalls, so die Arbeitsgruppe A 44, wäre bei Unfällen und Baustellen auf der Autobahn sowie bei den regelmäßig anstehenden Überprüfungen der Tunnel ein Verkehrschaos in Kaufungen und Helsa programmiert.

Autobahnanschluss Kassel-Ost erhalten

+ Der Wegfall der A7-Anschlussstelle Kassel-Ost, die zu einem Autobahndreieck umgebaut werden soll, würde nach Einschätzung der Arbeitsgruppe zu einer „erheblichen Mehrbelastung“ der Anschlussstelle Kassel-Nord führen. Dadurch würde die Verkehrsbelastung der Dresdener Straße und des Platzes der Deutschen Einheit in Kassel weiter zunehmen.

Trinkwasserbrunnen muss bleiben

+ Der Brunnen Kohlenstraße, der Kaufungen mit Trinkwasser versorgt, muss erhalten bleiben. Es gehe darum, die Trinkwasserversorgung der Lossetalgemeinde qualitativ und quantitativ zu gewährleisten. Schutz vor Lärm und Tempokontrollen

+ Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe wird eine Autobahn im Lossetal von der Bevölkerung nur dann akzeptiert, wenn die Fernstraße „so weit wie möglich unsichtbar und nicht hörbar ist“. Dies könne nur durch einen umfangreichen Schutz vor Lärm und anderen Beeinträchtigungen erreicht werden. Weitere Forderung in diesem Zusammenhang: Entlang der Strecke müssen dauerhaft Geschwindigkeitsmessanlagen installiert werden.

Bessere Ausstattung für Helsaer Feuerwehr

+ Die Feuerwehr Helsa ist unter anderem für die Rettung aus dem Tunnel Hirschhagen zuständig. Dies gilt auch schon während der Bauphase. Gemeinde und Feuerwehr fordern eine ausreichende technische Ausstattung, die Schulung für die Feuerwehrleute und eine dauerhafte Finanzierung der Zusatzaufgaben. (ket)

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