Planung A44 Kassel - Helsa: Offene Fragen sorgen für Verunsicherung

Kaufungen/Helsa. Wie sieht die Detailplanung für den A44-Abschnitt von Kassel nach Helsa aus? Wie werden die 1000 Einsprüche aus Kaufungen gegen das Projekt berücksichtigt? Was wird aus der heutigen B7?

Ministerium hält sich bedeckt

Zur Grafik: A 44 Kassel bis Helsa

Zu dem Autobahnabschnitt gibt es viele offene Fragen, doch im Verkehrsministerium in Wiesbaden hält man sich bedeckt. Man wolle die Pläne erst dem Bund vorstellen, bevor man sie vor Ort bekannt mache, teilte Ministeriumssprecherin Marion Jäkle auf Anfrage der HNA mit.

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In der Region sorgt dies für Verstimmungen. Das Ministerium habe „bis heute noch keinen offiziellen Kontakt zur Gemeinde Kaufungen aufgenommen“, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD). Auch die beiden SPD-Abgeordneten Timon Gremmels (Landtag) und Ulrike Gottschalck (Bundestag) kritisieren die Informationspolitik der Landesregierung. Um Irritationen auszuräumen, wollen sie jetzt ein informelles Treffen mit Verkehrsminister Dieter Posch (FDP), Bürgermeister Roß und dem CDU-Kreisvorsitzenden Frank Williges (CDU) arrangieren. Dort sollen offene Fragen erörtert werden.

Ungelöst ist aus Kaufunger Sicht die Frage, was mit der B 7 geschehen soll. Bund und Land wollen sie offenbar herabstufen und sich so vom Straßenunterhalt zurückziehen. „Eine Übernahme der B 7 als Gemeindestraße lehne ich genau wie der Landkreis Kassel aus Kostengründen ab“, macht Bürgermeister Arnim Roß die Position deutlich.

Höhere Funktion bleibt

Die B 7 werde wegen des Durchgangsverkehrs aus Kassel und Witzenhausen auch künftig „eine höhere Funktion haben als nur die einer Gemeindestraße“, so Kaufungens Bürgermeister weiter.

Es werde „ein angepasstes Widmungs- und Umstufungskonzept zu den bestehenden Straßen vorgelegt“, das auch die B 7 beinhalte, teilt Wiesbaden mit, ohne allerdings genauer zu werden.

Die B 7 werde deutlich zurückgebaut auf eine Gesamtbreite von 6,50 Meter, konkretisiert Ralf Struif, der in Kassel als „Hessen Mobil“-Planer für die A  44 zuständig ist. Die B 7 werde wie die Leipziger Straße und die Kreisstraße 10 Richtung Lohfelden an die Autobahnauffahrt Kaufungen angeschlossen. Anwohner in Ochshausen befürchten dadurch eine Zunahme des Durchgangsverkehrs; schon jetzt suchten sich viele Lkw ihren Weg von Bettenhausen zur B 7 durch Ochshausen, klagt ein Anwohner.

Aus dem Regionalplan verschwunden ist das Gewerbegebiet Heiligenrode-Süd. Die Gemeinde Niestetal wollte in der Nähe der geplanten A 44-Trasse ein Gewerbegebiet entwickeln; das Land hatte dies abgelehnt mit dem Hinweis auf das FFH-Gebiet Lossewiesen.

Mögliche A1-Lage

Durch den Bau des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg sei man nicht auf Heiligenrode-Süd angewiesen, meinte Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD). Grundsätzlich handele es sich bei Heiligenrode-Süd aber um „eine mögliche 1 A-Gewerbelage“, dies könne irgendwann noch mal Thema werden.

Von Holger Schindler

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