Für Privatinvestoren uninteressant

A44: Pläne für Solarpark Lindenberg bei Breitenbach liegen auf Eis

Funktionierender Solarpark: In Elgershausen liefern die Module seit anderthalb Jahren Strom. Die zweite Anlage dieser Art am Lindenberg bei Breitenbach wird wohl vorerst nicht verwirklicht. Archivfoto: Kühling

Schauenburg. Die Pläne für einen weiteren Solarpark am Lindenberg nahe der A44 auf dem Gebiet der Gemeinde Schauenburg liegen vorerst auf Eis. Die Firmen STH (Lohfelden) und BLG (Wolfhagen), die vor zwei Jahren bereits eine Anlage verwirklicht haben, verfolgen den Aufbau derzeit nicht mehr.

„Die Sache ist im Moment unwirtschaftlich“, sagt BLG-Geschäftsführer Marek Grimmelbein mit Hinweis auf die gesunkene Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien. „Die Preise haben sich nicht so entwickelt, wie wir es erhofft hatten.“

Laut Grimmelbein ist die Vergütung für Privatinvestoren inzwischen uninteressant. Zudem sei die Einfuhr von Solarmodulen aus China mit einem zusätzlichen Zoll belegt worden, erläutert der Experte weiter, so dass sich der Aufbau einer solchen Anlage derzeit nicht rechne.

„Die Preise haben sich nicht so entwickelt, wie wir es erhofft hatten.“

Rund 20 Interessenten hatten STH und BLG schon auf ihrer Liste für das Projekt. Zum Teil seien das Bürger, die bereits an der Anlage bei Elgershausen beteiligt sind, erläutert Grimmelbein. „Die Resonanz war gut.“

Geplant war eine Anlage mit einer Leistung von 3,5 Megawatt. Zum Vergleich: Der bestehende Solarpark bei Elgershausen auf einer 4,7 Hektar großen Fläche auf beiden Seiten der Autobahn 44 nahe der Anschlussstelle Kassel-Wilhelmshöhe erbringt eine Leistung von 2,5 Megawatt.

Neben vielen Privatleuten wollte sich auch die Gemeinde Schauenburg an dem Projekt beteiligen und Anteile erwerben. 30 000 Euro seien dafür im Wirtschaftsplan der Gemeindewerke vorgesehen gewesen, erläutert Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Das Geld werde jetzt möglicherweise für ein anderes Solarprojekt auf dem Gebiet der Gemeinde ausgegeben.

Nachfolgeregelung geplant

Die Flächen am Lindenberg, die der Gemeinde Schauenburg gehören, werden nun weiter landwirtschaftlich genutzt. Zwar sei den Landwirten, die die Felder gepachtet hatten, im Hinblick auf das Solarprojekt bereits gekündigt worden, es werde aber eine Nachfolgeregelung geben, betont die Bürgermeisterin.

Ganz zu den Akten legen wollen die Initiatoren den Solarpark bei Breitenbach noch nicht. Es könne schließlich sein, dass mit der neuen Koalition in Berlin die Vergütung für Solarparks wieder attraktiver werde, sagt Marek Grimmelbein. Man beobachte genau, wie sich die Marktpreise entwickeln.

Übrigens: Mit den Erträgen für Anleger aus dem Solarpark in Elgershausen habe die Entwicklung der Einspeisevergütung nichts zu tun, betont der BLG-Geschäftsführer. „Das hat keine Auswirkungen. Die Anlage hat Bestandsschutz.“

Von Sven Kühling

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