Gespräche zwischen dem Land und Kommunen

A44-Planung: Über diese Trasse wird nun verhandelt

Kaufungen/Helsa. Bei der Planung der Autobahn 44 zwischen Kassel und Helsa können die betroffenen Kommunen Kaufungen und Helsa einen kleinen Teilerfolg verbuchen. Die Autobahn soll weiter von Kaufungen abgerückt werden.

Das machte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gestern Nachmittag in seiner Stellungnahme deutlich. „Das Bundesverkehrsministerium hat mit dem sogenannten Sichtvermerk der von Hessen Mobil vorgeschlagenen, im Bereich von Kaufungen südlich von der heutigen Bundesstraße 7 abgerückten Trassenführung zugestimmt. Damit ist die vom Bundesrechnungshof favorisierte Variante, die eine Streckenführung der A 44 auf der unmittelbar an Kaufungen vorbeiführenden B 7 bedeutet hätte, vom Tisch.“

Die Genehmigung beinhalte auch die Zustimmung zum Erhalt des Brunnens Kohlenstraße. Gleichzeitig habe das Bundesverkehrsministerium Hessen Mobil jedoch umfangreiche Prüfaufträge hinsichtlich der technischen Gestaltung einzelner Bauwerke und der Verkehrsprognose erteilt. Von dem Ergebnis dieser Überprüfung hänge ab, ob einzelne Unterlagen der Planung nochmal aktualisiert werden müssen.

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Die Ergebnisse müssten dann möglicherweise wieder mit dem Bund abgestimmt werden. „Daher ist derzeit noch keine verlässliche Aussage möglich, wann das Anhörungsverfahren fortgesetzt werden kann“, so Al-Wazir. „Die Aussagen des Bundes zum Trassenverlauf und zu einzelnen Planungsinhalten schaffen jedoch eine verlässlichere Grundlage für Gespräche über Detailfragen.“

Auch auf die betroffenen Gemeinden will Al-Wazir zugehen: „Wir werden in Kürze den bereits begonnenen Dialog mit Vertretern der Region wieder aufnehmen und so weit wie möglich vertiefen“, teilte er mit.

Die jetzt genehmigte Vorplanung sieht folgende Eckpunkte vor.

• Autobahndreieck Kassel-Ost: Die heutige Anschlussstelle wird zu einem Dreieck umgebaut. Dabei fällt die Autobahnauf- und abfahrt Kaufungen-Papierfabrik weg.

• Lärmschutz. Die Planung sieht einen durchgehenden Lärmschutz vor, mit Wällen und Wänden, auch auf den Brücken. So soll der Grenzwert von 49 dB(A) eingehalten werden.

• Rückbau der B 7. Dies hatte der Bundesrechnungshof gefordert. Generelle Maßgabe ist, dass aus Kostengründen keine Straßen des Bundes parallel geführt werden.

• Grünbrücke. Um Wildtieren, insbesondere auch dem Luchs und der Wildkatze, den Wechsel zwischen Stiftswald und Kaufunger Wald zu ermöglichen, soll eine 50 Meter breite Grünbrücke errichtet werden. Auch hieran hatte sich die Kritik des Rechnungshofs entzündet. Möglicherweise werden im weiteren Verlauf der Planung hier Änderungen vorgenommen.

Hintergrund: Das sagen lokale Politiker dazu

Das ist jetzt der Befreiungsschlag“, stellte die Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck (SPD) gestern zufrieden gegenüber der HNA fest. Die Niestetalerin, die im wichtigen Haushaltsausschuss in Berlin sitzt, hatte sich als Türöffnerin betätigt und Kontakt mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aufgenommen, um dem stockenden A 44-Projekt neuen Schub zu verleihen. „Gut, dass wir jetzt erstmal das Ja aus Berlin haben“, sagte sie.

Die Abgeordnete will nun die interfraktionelle Runde mit Vertretern des Landes Hessen, dem Landrat Uwe Schmidt (SPD), dem Kasseler Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne), den Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie den Bürgermeistern von Kaufungen und Helsa wieder in Gang setzen, um dort über die konkrete Planung zu sprechen.

„Das ist eine gute Nachricht“, sagte ein erleichterter Arnim Roß (SPD) gestern Nachmittag telefonisch aus Berlin. Denn nun könne man endlich die vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zugesagten Gesprächen mit dem Land beginnen. Dabei möchte der Kaufunger Bürgermeister die Forderungen zur Trassenführung vorbringen. „Wir wollen die B7 als Umleitungsstrecke behalten“, sagte er. Dies habe das Gemeindeparlament auch so beschlossen. „Die Akzeptanz der Autobahn in Kaufungen hängt davon ab, ob wir angemessen beteiligt und mit unseren Forderungen gehört werden“, sagte Roß.

„Ich finde gut, dass es jetzt los geht mit konkreten Gesprächen“, sagte Helsas Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) der HNA. Al-Wazir habe ihm dies im Frühjahr auf seinen Brief hin schriftlich zugesagt. „Wir müssen jetzt die Originalpläne vom Land bekommen, dann können wir uns positionieren“, sagte Küthe. (hog)

Von Peter Ketteritzsch und Holger Schindler

Rubriklistenbild: © HNA

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