Immer wieder passieren Unfälle an der Anschlussstelle Kassel-Nord: Tempo in der Kurve oft zu hoch

A 7: Zu hohes Tempo führt zu Unfällen an der Ausfahrt Kassel-Nord

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Endstation Ausfahrt: Im Dezember 2011 verunglückte eine junge Frau aus Heiligenstadt in der Ausfahrt Kassel-Nord.

Niestetal/Kassel. Regelmäßig passieren Unfälle an der Anschlussstelle Kassel Nord der A 7. Ursache ist meist zu hohes Tempo.

23. Dezember 2011: Eine 21-jährige Autofahrerin aus dem thüringischen Heiligenstadt knallt mit ihrem Ford Fiesta in der Ausfahrt Kassel-Nord in die Leitplanke. Sie bleibt unverletzt. Sachschaden: 5000 Euro. 4. April 2012: Eine 24-jährige Frau aus Hann. Münden kommt in der verschlungenen Abfahrt von der Fahrbahn ab. Sie bleibt ebenfalls unverletzt. Sachschaden: 1500 Euro. 26. Juni 2012: Ein 21-jähriger Autofahrer aus Kassel verliert in der Rechtskurve der Ausfahrt die Kontrolle über sein Auto, der Wagen überschlägt sich. Die drei Insassen können sich unverletzt befreien. Sachschaden: 3000 Euro. Diese Meldungen der Polizei beweisen: In der Ausfahrt Kassel-Nord kracht es regelmäßig.

Helmut Stieglitz

Viele Autofahrer kommen offenbar mit der engen Rechts-links-Kombination am Ende der langen Gefällstrecke des Sandershäuser Berges nicht zurecht. Auch bei der Autobahnpolizei ist das Problem bekannt. Allein sieben Unfälle in der Südausfahrt der Anschlussstelle Kassel-Nord registrierten die Beamten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres.

Geschwindigkeit zu hoch

Aufgrund des relativ hohen Tempos, mit dem sie auf der Autobahn unterwegs seien, gehe vielen Autofahrern in der Abfahrt das Gefühl für die angemessene Geschwindigkeit verloren, weiß Helmut Stieglitz, Chef der Autobahnpolizeistation in Baunatal. „Ein Tempo von 80 oder 90 ist dort schwer grenzwertig“, sagt der erfahrene Polizist.

„Notfalls muss man dort mit Tempo 40 fahren.“

„Notfalls muss man dort mit Tempo 40 fahren“, sagt Stieglitz. Dies gelte vor allem dann, wenn die Reifen bei nasser Fahrbahn nicht mehr so gut haften. Ein Tempolimit in der Ausfahrt gibt es nicht.

Für dramatisch hält Stieglitz die Situation gleichwohl nicht - und bringt einen Vergleich: Auf der Verbindung von der A 49 (Südtangente) auf die A 7 am Lohfeldener Rüssel seien früher „pro Jahr bis zu 70 Autos abgeflogen“. Die Straße wurde inzwischen für die neue Rasthof-Abfahrt verlegt. Auch bei der Straßenbehörde Hessen Mobil weiß man, dass es in der Südabfahrt öfters kracht. „Im Moment kann man aber nicht von einem Unfallschwerpunkt reden“, sagt Behördensprecher Horst Sinemus auf HNA-Anfrage.

Sollte sich die Situation allerdings zuspitzen, werde die Behörde gegebenenfalls die Griffigkeit der Asphaltdecke messen lassen. „Wir haben die Dinge im Auge.“

Für die Reparatur der bei den Unfällen demolierten Schutzplanken in der Ausfahrt Kassel-Nord wurden laut Sinemus allein in diesem Jahr 3000 Euro fällig.

Von Peter Ketteritzsch

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