Hessen Mobil sieht keinen Handlungsbedarf

A7-Baustelle: Weiterer Lkw-Auffahrunfall facht Debatte über Sicherheit an

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Mit voller Wucht in den Auflieger: Bei dem Auffahrunfall am Donnerstagabend in der Lärmschutzbaustelle der A7 bei Lohfelden wurde der 54-jährige Fahrer aus Berlin im Führerhaus eingeklemmt. Die Kasseler Berufsfeuerwehr befreite den Mann. Foto:  Feuerwehr Kassel/nh

Lohfelden / Kassel. Zwei schwere Unfälle hat es am Donnerstag auf der A7 bei Lohfelden gegeben. Immer wieder kracht es dort im Baustellenbereich. Das facht eine Diskussion um die Sicherheit an dieser Stelle an.

Donnerstag um kurz nach halb sechs auf der Autobahn 7 bei Lohfelden, Fahrtrichtung Norden: Wie jeden Tag quält sich eine endlose Schlange aus Lastwagen durch die Lärmschutzbaustelle. Der Abstand zwischen den Sattelzügen ist minimal, bei manchen liegen zwischen dem Führerhaus und dem Heck des Vorausfahrenden gerade mal fünf Meter.

An diesem Abend ist der Verkehr auf der rechten, wegen der Baustelle verengten Spur wieder einmal so dicht, dass sich die Lastwagen stauen. Ein Lkw-Fahrer aus Berlin bemerkt das zu spät und fährt mit voller Wucht in das Stauende.

Unachtsamkeit

Die Ursache laut Polizei: Unachtsamkeit. Die Bilanz: Der 54-Jährige wird schwer verletzt, muss von der Feuerwehr aus dem Wrack herausgeschnitten werden, drei Lastwagen werden aufeinandergeschoben, es gibt 200 000 Euro Sachschaden und ein stundenlanges Verkehrschaos. Die A7 in Richtung Norden ist dicht, auf den Umleitungsstrecken herrscht Chaos.

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Es ist nicht der erste Auffahrunfall in der Lärmschutzbaustelle. Zuletzt wurde vor drei Wochen ein Lkw-Fahrer aus dem thüringischen Sömmerda schwer verletzt. Er war fast an der gleichen Stelle mit seinem Sattelzug auf einen Autotransporter aus Litauen aufgefahren. Viele Verkehrsteilnehmer fragen sich nun: Werden insbesondere die Lastwagenfahrer rechtzeitig auf die Baustelle und die damit verbundene Gefahr von Staus hingewiesen?

Bis kurz vor der Lärmschutzbaustelle dürfen Lastwagen überholen. Beim Wechsel von dem mittleren auf den überlasteten rechten Fahrstreifen kommt es nach Beobachtungen der HNA dann immer wieder zu brenzligen Situationen.

Video: Unfall zwischen Lkw auf A7

Bei der Straßenbaubehörde Hessen Mobil stellt man am Freitag auf HNA-Anfrage klar: Auf der A 7 bei Lohfelden bleibt alles, wie es ist. Man ist davon überzeugt, dass die Beschilderung ausreichend ist. Dass es auf dem rechten der drei Fahrstreifen immer wieder zu Staus und dann auch zu Auffahrunfällen kommt, sei auch auf den Baustellenverkehr zurückzuführen, sagt Behördensprecher Horst Sinemus. Um die Autobahn zu verlassen, müssten die Lastwagen abbremsen. Sinemus verweist darauf, dass der Bereich direkt vor der Baustelle vor rund zwei Wochen noch einmal neu markiert wurde.

„Das ist jetzt besser erkennbar, man muss nicht mehr so abrupt rüber.“

Konkret geht es um die Stelle, an der die Fahrzeuge auf den rechten Fahrstreifen einfädeln. „Das ist jetzt besser erkennbar, man muss nicht mehr so abrupt rüber.“ Die Unfälle seien tragisch, so der Sprecher, allerdings sei man bei Hessen Mobil davon überzeugt, „alles getan zu haben“.

Auch bei der Polizei sieht man „keine signifikante Häufung“ der Lkw-Unfälle, so Sprecher Wolfgang Jungnitsch auf Anfrage. Wenn es krache, dann oft wegen der Kombination aus Unachtsamkeit und zu geringem Abstand zum Vorausfahrenden. Von Brücken über der A 7 und aus dem Videowagen kontrolliere die Polizei regelmäßig die Abstände. „Aber wir können nicht überall sein“. Archivfotos: nh

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