Abschnitt zwischen Kassel und Göttingen

Nach vielen Unfällen: A7-Chaos soll bei Konferenz erörtert werden

Aufgefahren: Dieser Lastwagen prallte auf einen vorausfahrenden Lkw, der Fahrer wurde schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich Mitte April auf der A7 zwischen den Anschlussstellen Lutterberg und Kassel-Nord in Fahrtrichtung Süden. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau. Archivfoto: Hessennews TV

Kreis Kassel/ Göttingen. Bei schweren Unfällen auf der A 7 zwischen Kassel und Göttingen kommt es zu Chaos auf den Umleitungstrecken. Göttingens Landrat Reuter will eine A 7-Konferenz.

Wenn es auf der Autobahn 7 zwischen Kassel und Göttingen kracht, dann sind die Folgen meist fatal: Auf den Umleitungsstrecken herrscht oft stundenlang Chaos, vielfach bricht der Verkehr auch auf den Ausweichrouten zusammen.

In den vergangenen Monaten war es wieder besonders schlimm. Kurz vor Ostern etwa führte ein schwerer Lkw-Unfall zwischen der Anschlussstelle Hann. Münden-Lutterberg und der Werratalbrücke dazu, dass Autofahrer stundenlang auf der Fernstraße festsaßen und Orte wie Niestetal-Sandershausen, Staufenberg und Hann. Münden im Chaos versanken.

Im Landkreis Göttingen will man das nicht länger hinnehmen und fordert Abhilfe. Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein (parteilos) hat die Debatte eröffnet: Er schlägt eine großräumige Umleitung vor. Bei Unfällen, die für stundenlange Blockaden sorgen, sollen die Fahrzeuge die Autobahn bereits bei Göttingen verlassen, über die Bundesstraßen 27 und 7 rollen und bei Kassel-Nord wieder auf die Autobahn 7 auffahren.

Der Unmut der Lokalpolitiker über das regelmäßige Verkehrschaos hat inzwischen das Göttinger Kreishaus erreicht: Landrat Bernhard Reuter (SPD) kündigte eine sogenannte A7-Konferenz an. Bei dem Treffen soll erörtert werden, wie Unfälle vermieden sowie Umleitungen bei der Sperrung der Autobahn besser organisiert werden können.

Zu dem Treffen sollen laut Reuter Vertreter der A7-Anliegerkommunen Staufenberg, Hann. Münden, Friedland, Rosdorf und Göttingen, der Polizei, des Verkehrsministeriums und der Feuerwehren eingeladen werden.

Und was ist mit den Betroffenen in Hessen? Auch dort leiden mehrere Kommunen erheblich unter der Stau- und Umleitungsproblematik, darunter Niestetal, Lohfelden und auch die Großstadt Kassel. Einladungen haben deren Vertreter nach HNA-Informationen bislang allerdings nicht erhalten. „Uns liegt in dieser Hinsicht nichts vor“, sagte Ute Jäger, Sprecherin des Landkreises Kassel, auf HNA-Anfrage.

Nach Auskunft von Wolfgang Jungnitsch, Sprecher des Polizeispräsidiums Nordhessen, gibt es noch keine offizielle Einladung für das Treffen. Er gehe aber davon aus, dass die hessische Polizei berücksichtigt wird; nicht zuletzt deshalb, weil die Beamten der Autobahnpolizeistation Baunatal für den sechs Kilometer langen Abschnitt in Niedersachsen zwischen der Landesgrenze und Lutterberg zuständig sind. Jungnitsch: „Wir sind immer gesprächsbereit.“ Ulrich Lottmann, Sprecher des Landkreises Göttingen, erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass das Verkehrsproblem aus Sicht von Landrat Reuter länderübergreifend angegangen werden müsse. Reuter habe angekündigt, dazu Gespräche mit seinen hessischen Kollegen Uwe Schmidt (SPD/Landkreis Kassel) und Stefan Reuß (SPD/Werra-Meißner-Kreis) zu führen. Über den Stand der Unterredungen und mögliche Ergebnisse konnte der Verwaltungssprecher keine Auskunft geben.

Archiv-Video vom 24. März 2014

Archiv-Video vom 2. April 2015

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