Problem für Autofahrer

A7-Anschluss Kassel-Ost: Schon acht Unfälle wegen Mini-Auffahrt

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Kaufungen/Kassel. Normalerweise ist die Auffahrt auf die A7 von Kaufungen-Papierfabrik in Richtung Süden kein Problem. Doch seit ein paar Tagen gleicht das Auffahren einem Horrortrip.

Von der B7-Kreuzung geht es unter der Autobahn hindurch und dann in einem weiten Bogen auf die Autobahn. Dort gibt es eigentlich einen ordentlichen Beschleunigungsstreifen - kurzum: Das Einfädeln auf die Fernstraße funktionierte gut. So war es jedenfalls bis vor ein paar Tagen. Doch wegen der Lärmschutz-Baustelle entlang der Nordfahrbahn wurde der Verkehr in beiden Richtungen größtenteils auf die Südfahrbahn verlegt. Der Beschleunigungsstreifen ist weggefallen, über ihn donnern nun vor allem die Lastwagen.

Stattdessen gibt es nur noch eine Mini-Auffahrt. Die Autofahrer müssen zunächst vor einem Stoppschild anhalten und sich dann langsam vortasten.

"Das ist unheimlich gefährlich", sagt HNA-Leser Werner Thiele (74) aus Oberkaufungen. Der pensionierte Förster kritisiert, dass an der Stelle Tempo 80 erlaubt ist. Das sei "viel zu schnell", zumal viele Autofahrer offensichtlich deutlich schneller unterwegs seien. Die HNA hat am Freitagmorgen den Praxistest gemacht. Wir fuhren auf der rechten Spur Tempo 80 - und wurden sogar von Lastwagen überholt oder zumindest von hinten bedrängt. Besonders problematisch ist die stark verkürzte Auffahrt nach der Erfahrung Thieles in der Dunkelheit und bei Regen. "Wenn man nur die Scheinwerfer sieht, kann man den Abstand der Fahrzeuge kaum mehr einschätzen."

Das alles führt nach Beobachtungen der HNA dazu, dass vor allem die Fahrer PS-schwacher Autos lange warten, bis sie es wagen aufzufahren. Oder aber sie setzen sich der brenzligen Situation erst gar nicht aus.

Statt direkt bei Kassel-Ost aufzufahren, nehmen sie zunächst den Weg zur Anschlussstelle Kassel-Nord, fahren dort ab und anschließend in Südrichtung wieder auf.

Die Situation sei "schon etwas problematisch", räumt Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, auf HNA-Anfrage ein. Zu kritischen Situationen sei es nach seinen Erkenntnissen bislang allerdings nicht gekommen.

Man habe sich dafür entschieden, sechs Fahrstreifen beizubehalten, um zu verhindern, dass es im Baustellenbereich zu größeren Staus kommt. Die Möglichkeit, die Anschlussstelle Kassel-Ost in Richtung Süden während der bis Ende 2014 terminierten Bauarbeiten zu schließen, habe Hessen Mobil verworfen. Sinemus kündigte an, dass die Situation "weiterhin kontinuierlich beobachtet wird".

Die verkürzte Auffahrt erfordere besondere Aufmerksamkeit, heißt es auf Anfrage auch bei der Kasseler Polizei.

Achtmal hat es dort bereits gekracht, darunter waren nach Auskunft von Polizeisprecher Torsten Werner vom Freitag sechs Auffahrunfälle in der Auffahrt.

Laut Werner hat die Autobahnpolizei die problematische Stelle besonders im Visier.

 

Von Peter Ketteritzsch

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