27 Unfälle in drei Monaten

A7 am Sandershäuser Berg: Lastwagen fahren häufig zu dicht auf

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Endlose Lkw-Schlangen: Durchschnittlich alle sechs Sekunden ist am Sandershäuser Berg ein Brummi auf der A 7 unterwegs. In jüngster Zeit krachte es hier häufig, Ursache war unter anderem zu dichtes Auffahren der Lkw-Fahrer.

Niestetal. Mittwoch vergangener Woche, 14.20 Uhr auf der Autobahn 7 am Sandershäuser Berg: Ein Lkw fährt an einem Stauende auf einen anderen Lastwagen auf. Der Fahrer wird leicht verletzt, es entsteht Schaden von 80.000 Euro.

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Das ist nur einer von vielen Unfällen in jüngster Zeit auf der A  7 zwischen den Anschlussstellen Kassel-Nord und Lutterberg. Laut Polizei krachte es zwischen 1. Juli und 30. September auf diesem Abschnitt 27 Mal. In Fahrtrichtung Norden passierten in diesem Zeitraum 13 Unfälle, davon waren allein neun Lkw-Unfälle. In Richtung Süden gab es im gleichen Zeitraum 14 Unfälle, davon sechs mit Lkw-Beteiligung. Bei den Unfällen gab es einen Schwer- und einen Leichtverletzten. Insgesamt entstand Schaden von 434.000 Euro.

„Der häufigste Grund für Lastwagenunfälle ist zu dichtes Auffahren“, sagt Hauptkommissar Rüdiger Wagner von der Autobahnpolizei Baunatal. „Die Lkw-Fahrer halten gerade auf der Autobahn immer wieder viel zu wenig Abstand zu anderen Fahrzeugen.“ Zur Kontrolle sei jeden Tag eine Zivilstreife auf den Autobahnen in Nordhessen unterwegs, fügt sein Kollege Stefan Holzinger hinzu. Außerdem würden regelmäßig die Abstände der Fahrzeuge gemessen. Dies geschehe mit Geräten, die auf Autobahnbrücken aufgestellt werden. „Die Lkw-Fahrer sehen die Messgeräte schon von Weitem. Das wirkt vorbeugend“, so Holzinger weiter, man wolle ja kein Geld verdienen. Darüber hinaus werde auch die Geschwindigkeit regelmäßig kontrolliert.

Weitere Unfallgründe seien überhöhte Geschwindigkeit und die Eintönigkeit von langen Autobahnstrecken. Denn Lastwagenfahrer sind häufig neun Stunden am Stück auf der Autobahn unterwegs. In dieser Zeit ist eine Pause von 45 Minuten vorgeschrieben. Ob Brummifahrer diese Pausenzeiten einhalten, könne die Polizei an den Tachoscheiben, die im Lkw das Fahrverhalten aufzeichnen, ablesen, so Holzinger. In neueren Lkw seien digitale Kontrollgeräte installiert.

„Die Zahl der Unfälle auf der A  7 zwischen den Anschlussstellen Kassel-Nord und Lutterberg ist verglichen mit anderen Strecken nicht hoch“, meint Hauptkommissar Rüdiger Wagner. Wenn man die Relation zu der Menge an Lkw sehe, die hier täglich unterwegs sind, „ist dieser Streckenabschnitt unproblematisch“, fügt Holzinger hinzu.

70.000 Fahrzeuge fahren laut Hessen Mobil täglich auf dem Autobahnabschnitt am Sandershäuser Berg, 14.100 davon sind Lkw. Das heißt: Alle sechs Sekunden fährt hier ein Brummi entlang. Jeder Autofahrer kennt die endlosen Reihen von Lastwagen, die – wie an einer Perlenschnur aufgefädelt – auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs sind.

Von Theresa Ziemann

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