A7-Baustelle am Sandershäuser Berg: Experten suchen nach alter Munition

Niestetal. An Hunderten Stellen haben die Metalldetektoren angeschlagen, nun müssen die Kampfmittelexperten ran. Sämtliche verdächtige Orten müssen überprüft werden, bevor an der A7 oberhalb der Anschlussstelle Kassel-Nord weitergebaut werden kann.

Wenn die Männer der Kampfmittelräumfirma arbeiten, gilt es Abstand zu wahren. Falls sich unter dem Asphalt eine Granate verbirgt, kann sie jederzeit hochgehen. An fast 600 Stellen haben die Metalldetektoren angeschlagen. Bevor diese Stellen nicht geprüft sind, kann an der A 7 nicht gebaut werden. Die Arbeiten oberhalb der Anschlussstelle Kassel-Nord werden deshalb länger dauern als geplant, sagt Volker Löwer von Hessen Mobil, er ist Teamleiter der Bauaufsicht.

Wo heute gebaut werden soll, war im Zweiten Weltkrieg eine Flugabwehrstellung stationiert: Die Deutschen schossen dort mit Flakgeschützen auf Flugzeuge der Alliierten. Doch viele der 8,8 Zentimeter dicken Granaten verfehlten ihr Ziel und könnten bis heute im Boden vergraben liegen.

Um die Bauarbeiter nicht zu gefährden, werden zunächst alle verdächtigen Stellen überprüft: Dort wird ein Stück des Asphalts ausgeschnitten und abgehoben, um gezielt nach der Munition suchen zu können. Würde etwas gefunden, müsste der Kampfmittelräumdienst anrücken und die Munition entschärfen. „Bisher wurde jedoch bloß eine Hülse entdeckt“, erzählt Burkhard Maiworm von der Bauaufsicht. In wenigen Tagen sollen nun die eigentlichen Arbeiten beginnen, sagt Teamleiter Löwer. Zuerst wird ein neuer Entwässerungskanal neben der Fahrbahn in Richtung Süden angelegt. Danach wird dort die Fahrbahndecke erneuert, die durch den starken Lastwagenverkehr abgenutzt ist. Insgesamt wird das Projekt voraussichtlich 5,5 Millionen Euro kosten, für die der Bund aufkommt.

Kampfmittel-Experten suchen nach Munition am Sandershäuser Berg

Fertig soll die neue Fahrbahn wegen der Verzögerung erst Mitte November sein, einen Monat später als ursprünglich geplant. Die Arbeiten seien aber auch aus einem weiteren Grund zeitaufwendig, sagt Löwer. Damit der Verkehr nämlich möglichst ungehindert weiterfließt, wird in mehreren Abschnitten gearbeitet.

Zunächst werden die rechte Spur und der Standstreifen der Südfahrbahn saniert. Dann wird dieser Teil der neuen Fahrbahn freigegeben, danach werden die beiden linken Spuren erneuert werden. Jeweils zwei Spuren in Richtung Süden werden über die Fahrbahn in Richtung Norden umgeleitet. Wichtig sei, dass der Verkehr während der gesamten Bauzeit in beiden Richtungen weiter dreispurig läuft. So würden Staus verhindert, sagt Volker Löwer.

Bestes Gegenbeispiel seien die Bauarbeiten an der A 7 zwischen dem Dreieck Drammetal und Lutterberg gewesen: Dort war es im vergangenen Jahr immer wieder zu langen Staus gekommen, weil eine Fahrbahn weniger zur Verfügung stand. (irh)

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