Autobahn war gesperrt

A7-Unfall mit vier Schwerverletzten: War Sprinter viel zu schnell?

+
Raste in den Gegenverkehr: Der Mercedes Sprinter durchbrach die provisorische Gleitwand in der Baustelle, stürzte um und stieß mit dem entgegenkommenden Auto aus Cuxhaven zusammen. Auf dem Foto wird das Wrack aufgerichtet. Foto:  Hessennews TV

Niestetal / Kassel. Es war kurz vor halb neun am Mittwochabend, als der Mercedes Sprinter auf der A 7 hinter der Anschlussstelle Kassel-Nord von der Fahrbahn abkam und gegen die Gleitwand prallte.

Das stählerne Provisorium am Beginn der Lärmschutzbaustelle hatte der Wucht des in Richtung Süden fahrenden Kleinlastwagens offensichtlich nichts entgegenzusetzen. Der Sprinter durchbrach die Gleitwand, kippte auf die Seite und stieß mit einem Auto zusammen, das auf der Gegenfahrbahn in Richtung Norden unterwegs war.

Der Fahrer des im Landkreis Cuxhaven zugelassenen Autos, ein 49-jähriger Mann aus der Nähe von Günzburg, konnte nicht mehr ausweichen. Er wurde bei der Kollision schwer verletzt - genauso wie seine 45-jährige Mitfahrerin aus Otterndorf an der Elbe und deren siebenjährige Tochter. Auch der Sprinter-Fahrer, ein 57-Jähriger aus Achim bei Bremen, erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen.

Lesen Sie auch: 

Video: Vier Schwerverletzte bei Unfall auf A7 - Bahn wieder frei

Alle vier wurden zur Behandlung in Kasseler Krankenhäuser gebracht. Trotz hereinbrechender Dunkelheit war auch die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 7 mit einem Notarzt im Einsatz. Der am Rot-Kreuz-Krankenhaus stationierte Hubschrauber kehrte nach Auskunft von Flugeinsatzleiter Hans Bäuml gegen 21.15 Uhr direkt zur Bundespolizei nach Fuldatal-Ihringshausen zurück.

Trennen die Fahrspuren: Die Gleitwände aus Metall stehen auf der A  7 im Bereich der Lärmschutzbaustelle.

Weil Öl ausgelaufen war, musste die Autobahn gereinigt werden und war daher bis weit nach Mitternacht gesperrt. Die Folge: Kilometerlange Staus auf der A 7 und Chaos auf den Umleitungsstrecken in und um Kassel.

Bei der Straßenbaubehörde Hessen Mobil rätselt man derweil, wie der Sprinter die transportable Gleitwand in der Tempo-80-Zone durchbrechen konnte. „Mit Tempo 80 geht das nicht“, sagte Behördensprecher Horst Sinemus am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Bei den bei Niestetal aufgestellten Gleitwänden handele es sich um vom Bundesamt für Straßenwesen geprüfte und zugelassene Barrieren.

Nach Auskunft von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch konnte der Sprinter-Fahrer bislang nicht vernommen werden. Fest stehe, dass er den Unfall verursacht habe. Alkohol sei nicht im Spiel gewesen, so der Sprecher. Vermutungen, Ursache für den Unfall sei eine Mischung aus Unachtsamkeit und zu hohem Tempo, seien „reine Spekulation“, sagte Jungnitsch.

Von Peter Ketteritzsch

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.