Fahrzeuge sollen Gegenfahrbahn nutzen

Ab September gibt es Notöffnungen auf der Autobahn 7 für Rettungswagen

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Im Fall eines Unfalls können Autofahrer hier keine Rettungsgasse bilden: Auf der A7-Baustelle zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost sind die drei Spuren nur 3,25 Meter, 2,75 Meter und 2,60 Meter breit (insgesamt 8,60 Meter). Eine sogenannte Flexi-Leitplanke kann es Rettungsfahrzeugen im Falle eines Unfalls ermöglichen, von der Gegenfahrbahn zur Unfallstelle zu gelangen.

Lohfelden/Kassel. An der Langzeitbaustelle der Autobahn 7 soll es voraussichtlich ab September Notöffnungen geben, damit Rettungsfahrzeuge über die Gegenfahrbahn einen Unfallort erreichen können.  

Timon Gremmels

Das teilte der Niestetaler Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (SPD) jetzt mit und beruft sich dabei auf eine Aussage des Staatssekretärs des hessischen Verkehrsministeriums, Mathias Samson. Wie aus einem Schreiben vom 27. Juli an den Abgeordneten hervorgeht, sollen bei der Einrichtung des nächsten Baustellenabschnittes zwischen dem Autobahnkreuz Kassel-Mitte und der Anschlussstelle Kassel-Nord Notöffnungen eingebaut werden. Laut Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus wird sich im Bereich des Kreuzes Kassel-Mitte die Verkehrsführung ändern. In diesem Zusammenhang ist die Berücksichtigung von Notöffnungen möglich.

Wie berichtet, lässt es die Breite der Fahrbahn aktuell nicht zu, dass Autos bei einem Unfall eine Rettungsgasse bilden. Rettungsfahrzeuge können nur über die Gegenfahrbahn die Unfallstelle erreichen. Im Gespräch sind nun transportable Mittelleitplanken, sogenannte Flexi-Leitplanken. Im Notfall könnten diese geöffnet werden, damit Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen auf die Seite des Unfalls kommen. Seit 2015 ist es laut Verkehrsministerium möglich, bei neuen Baustellen Notöffnungen mit einzurichten, weil diese Systeme erst seit 2015 auf dem Markt verfügbar seien. „Grundsätzlich sieht Hessen Mobil diese Systeme bei neuen Baustellen längerer Dauer ab einer Länge von drei Kilometern vor“, heißt es aus dem Ministerium.

So sehen die Leitplanken aus: Das Bild zeigt einen Mitarbeiter von Hessen Mobil, wie er eine mobile Leitplanke demonstriert.

Die Anzahl und der Standort der Notöffnungen würden mit Rettungskräften und Polizei abgestimmt, so Sinemus auf HNA-Anfrage. „Die Standorte werden in den Verkehrszeichenplänen dargestellt, welche unter anderem an die Einsatzleitstellen verschickt werden.“ Die Systeme werden zudem mit reflektierenden Sichtzeichen optisch gekennzeichnet und zwischen sechs und zwölf Metern breit sein.

Neben der Ausstattung des nächsten Baustellenabschnitts mit solchen Leitplanken ist auch die Nachrüstung der bereits bestehenden im Gespräch. Auch dort soll geprüft werden, ob „im Zuge ohnehin erforderlicher Anpassungen einer Baustellenverkehrsführung entsprechende Umrüstungen vorgenommen werden können“, schreibt Staatssekretär Samson – allerdings sei das unter anderem wegen bereits abgeschlossener Bauverträge „nur im Einzelfall“ möglich. Die Nachrüstung sei zudem „vergleichsweise aufwendig und kostenintensiv“, merkt Samson an.

Auf dieser Strecke werden Notöffnungen eingebaut:

Hintergrund der Anfrage Timon Gremmels’ an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) war ein Unfall im März, nach dem Autofahrern vorgeworfen wurde, sie hätten keine Rettungsgasse gebildet. Da die Spuren aber nur 8,6 Meter breit sind, wäre nur eine Rettungsgasse von 2,05 Metern möglich. Ein üblicher Rettungswagen ist allerdings 2,16 Meter breit.

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