Abfindungsprogramm bei SMA

Abfindungsprogramm bei SMA: Personalabbau für 15 Millionen Euro

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SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon

Kassel / Niestetal. Die Talfahrt des Solartechnikherstellers SMA geht weiter. Zusätzlich drücken die Kosten für den Stellenabbau das Ergebnis. SMA hat für den Personalabbau vor allem in Kassel und Niestetal laut aktuellem Bericht für das zweite Quartal 2013 rund 15 Millionen Euro zurückgestellt.

Mit diesem Betrag sollen das am 1. August gestartete freiwillige Abfindungsprogramm und eine Transfergesellschaft finanziert werden. Das Ziel ist, den schrittweisen Personalabbau um 680 Vollzeitstellen – betroffen davon wären annähernd 800 Mitarbeiter, weil es einige Teilzeitkräfte gibt – möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen zu schaffen, hatte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon im Juli im Gespräch mit der HNA erklärt: „Unser Ziel ist es, die Sache freiwillig hinzubekommen.“

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Mitarbeiter, die freiwillig gehen, bekommen dafür eine Abfindung. Deren Höhe orientiert sich an der Dauer der Firmenzugehörigkeit und der Höhe des Monatseinkommens und wurde zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat ausgehandelt. Zur Höhe der angebotenen Abfindungen macht SMA keine Angaben.

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Neben dem Angebot, mit einer Abfindung aus dem Unternehmen auszuscheiden, bietet SMA auch den freiwilligen Wechsel in eine Transfergesellschaft an. Dort können sich SMA-Mitarbeiter auf Kosten des Unternehmens weiterqualifizieren und werden für neun Monate weiterbezahlt – bis zum endgültigen Ausscheiden und dem anvisierten Wechsel auf einen neuen Arbeitsplatz anderswo.

Zudem will der Konzern befristete Arbeitsverträge, die in diesem und im nächsten Jahr auslaufen, nicht verlängern. Das betrifft nach Angaben von Urbon noch 300 Vollzeitstellen. Weil seit März dieses Jahres bereits rund 100 Vollzeitstellen abgebaut wurden, sei bereits die Hälfte des nötigen Personalabbaus bewerkstelligt.

Die Entlassungen werden vor allem die Standorte Kassel und Niestetal treffen, weil die etwa 100 Vertriebler und Servicespezialisten, die nicht in der Region, sondern in Krefeld und überall in Deutschland tätig sind, weiter gebraucht werden.

680 Vollzeitstellen fallen weg

SMA werde in Deutschland „680 Vollzeitstellen abbauen müssen – mit Ausnahme von IT- und Entwicklungsspezialisten“, sagt Pressesprecherin Susanne Henkel. Dies seien immerhin 20 Vollzeitstellen weniger, als noch Anfang Juli geplant war. Insgesamt seien die Hälfte der abzubauenden Stellen befristete Arbeitsverhältnisse, bei denen die Verträge zum Teil bereits ausgelaufen sind.

„Aber natürlich ist das dennoch ein harter Einschnitt für die betroffenen Mitarbeiter und für SMA“, erklärt Henkel. An erster Stelle stehe deshalb der faire Umgang mit den Beschäftigten.

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In intensiven und teilweise auch kontroversen Verhandlungen mit dem Betriebsrat habe man ein Freiwilligenprogramm vereinbart, das den betroffenen Mitarbeitern faire Konditionen für das Ausscheiden aus dem Unternehmen biete.

Die beiden Modelle des Freiwilligenprogramms

Transfergesellschaft

Beim freiwilligen Wechsel in eine Transfergesellschaft gewinnt der Mitarbeiter neun Monate Zeit, um sich neu zu orientieren oder seine Qualifikation auszubauen. Die Anstellung bei der Transfergesellschaft ab Mitte Oktober schließt an das Beschäftigungsverhältnis bei SMA an und wird in einem dreiseitigen Vertrag zwischen dem Mitarbeiter, der Transfergesellschaft und SMA geregelt. Zu den Leistungen gehören individuelle Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten ebenso wie die gezielte Unterstützung bei der Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis.

Abfindung

Mitarbeiter können sich auch freiwillig für ein Ausscheiden aus dem Unternehmen mit einer Abfindung entscheiden. „Diese Maßnahme eignet sich eher für Mitarbeiter, die bereits eine konkrete neue Beschäftigung in Aussicht haben oder bei denen eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses gut in die aktuelle Lebenssituation passt“, sagt Henkel. Auch beim Abfindungsprogramm sei sehr umfassend auf Sozialverträglichkeit geachtet worden.

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