Espenauer Kulturtage: Nils Heinrich im Wickehof

Die Abgründe eines Ostdeutschen

Kreativ und ausdrucksstark: Nils Heinrich zeigte sich mit seiner isoterischen Makrameegitarre musikalisch. Foto: Hartung

espenau. „Ich komme aus einem Land, das früher drüben hieß.“ So beschreibt sich Nils Heinrich in einem seiner Lieder.

Im Rahmen der Espenauer Kulturtage gastierte der Comedian am Freitagabend im Wickehof in Hohenkirchen. Obwohl viele der Besucher Heinrich nicht kennen, stand der Humorist vor 130 Gästen, und damit vor ausverkauftem Haus, auf der Bühne und präsentierte sein Programm „Die Abgründe des Nils“.

Antje Deuner (34, Vellmar) war mit drei Kolleginnen nach Hohenkirchen gekommen. „Ich bin sehr gespannt auf das Programm“, sagte sie. Auch für Bärbel (56) und Ludolf Dührsen (70, Simmershausen) war Nils Heinrich unbekannt. Die Ankündigung hätte sie angesprochen, erklärte das Ehepaar. Außerdem seien die Espenauer Kulturtage ein fester Bestandteil in ihrem Terminkalender. Kreativ, ausdrucksstark und mit punktgenauem Wortwitz berichtete Nils Heinrich von seiner Jugend im Osten, denn „früher war ja alles besser“ (Zitat Heinrich: „Früher war die Zeit, in der Google-Street-View noch Volkspolizei hieß und man zum Telefonieren noch nicht Bus fahren musste“).

Er plauderte außerdem übers Zugfahren, Stuttgarter Demonstrationen, Astro-TV, Rentnerrotze und Ost-Kukident. Auch musikalisch zeigte sich Heinrich vielseitig. Er entlockte seiner, aus alten Ikeakartons hergestellten isoterischen Makrameegitarre bekannte Melodien mit eigenen Texten. Einen fetzigen Rap gab es zum Thema Laktoseintoleranz. „Der Abend hat die Ankündigung übertroffen“, sagte Ludolf Dührsen. „Wir waren schon bei zwei anderen Veranstaltungen der Kulturtage, ergänzte Ehefrau Bärbel. Aber dieser Abend sei ihr persönliches Highlight. (pth)

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