Abiturient mit Geschäftsidee: Stühle mit Werbeaufdruck für Firmenkunden

Platz für zwei und Werbung: Timo Diederichs zeigt den Flyer, mit dem er bei Marketing-Agenturen für seine Idee wirbt. Die Sitzflächen der Doppelliegestühle können beliebig bedruckt werden, ganz nach Wunsch des Kunden. Foto: Schilling

Ahnatal. Im Carport seiner Eltern hat vor zwei Jahren alles angefangen. Dort hat Timo Diederichs seinen ersten Doppelliegestuhl entworfen und zusammengebaut. 19 Jahre war er alt, als wir ihn das erste Mal vorgestellt haben - Schüler und Unternehmer mit eigener Firma.

Heute zeigt sich, dass seine Geschäftsidee keine Eintagsfliege war. Die Firma ist gewachsen, und Timo Diederichs mit ihr. Hat er seine Liegestühle für zwei Personen zu Beginn meist an Privatkunden verkauft, richtet sich das Augenmerk des Jungunternehmers aus Ahnatal heute vor allem auf Firmenkunden. Die Idee dahinter: der Doppelliegestuhl als Werbung.

„Die Sitzfläche aus Markisenstoff bietet fast zwei Quadratmeter Werbefläche“, erklärt Diederichs und fügt hinzu: „Die Stühle sind mal etwas Ausgefalleneres. Kugelschreiber mit Firmenlogo hat schließlich jeder.“

Das dachte sich wohl auch der Schokoladenhersteller Hachez und bestellte über 80 Doppelliegestühle, die Timo Diederichs Anfang des Jahres ausgeliefert hat. Die Sitzflächen sind rot, mit weißem Firmenschriftzug. Auf der Homepage des Unternehmens kann man die Stühle bewundern, denn elf von ihnen sind Teil eines Gewinnspiels.

Auch auf der Bayerischen Landesgartenschau in Bamberg kann man sich zu zweit eine Pause gönnen, dort werden von Ende April bis Anfang Oktober 20 Doppelliegestühle stehen. „So einen Dauertest hatten meine Stühle noch nicht,“ sagt Timo Diederichs.

Um seine ausgefallene Werbeidee bekannt zu machen, hat der Jungunternehmer einen Flyer entworfen, den er bei Marketing-Agenturen vorstellt. 15 bis 20 Angebote hat er schon abgegeben und dabei eine Menge Erfahrungen gesammelt. Verhandlungen führen, Preise kalkulieren, die Konkurrenz im Auge behalten: „Man lernt den Umgangston in der Wirtschaft kennen“, erklärt der 21-Jährige.

Den Drang, etwas Eigenes aufzubauen, sich zu testen, hatte Diederichs schon länger. „Die Liegestühle waren dann ein Gedankenblitz“, erinnert er sich. Handwerklich geschickt wie er ist, war der Bau des Prototypen kein Problem.

Heute hat sich sein Arbeitsfeld geändert. Die Gestelle für die Liegestühle lässt er mittlerweile in der Holzwerkstatt des Berufsbildungswerkes in Kassel fertigen, die Bezüge werden ebenfalls fertig geliefert. In einer Doppelgarage in Weimar baut er die Doppelliegen dann nur noch zusammen. „Ich kümmere mich vor allem um neue Aufträge, die Buchführung, Beratung der Kunden, Organisation und Planung“, erklärt der junge Firmeninhaber. „Dabei lernt man viel für den Berufseinstieg.“

2011 hat Timo Diederichs Abitur gemacht. Mittlerweile wohnt er in Paderborn, wo er ab kommendem Wintersemester Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen studieren möchte. Seine Firma will er weiterführen. „Meine Lebensaufgabe ist es aber nicht“, sagt Diederichs. Doch wer weiß - auch Bill Gates hat mal in einer Garage begonnen.

Hintergrund: Die Firma heißt wie sein Produkt

Timo Diederichs Firma heißt wie sein Produkt: Doppelliegestuhl. Die Doppelliegestühle werden aus Fichtenholz, Markisenstoff und Stahlschrauben gefertigt. Die Sitzfläche ist 110 cm breit, in Sitz- und Liegeposition verstellbar und bietet Platz für zwei Personen, getreu dem Motto: zweisam statt einsam.

Ein Doppelliegestuhl kostet für Privatpersonen 115 Euro, als Zubehör bietet Timo Diederichs zudem Fußhocker und ansteckbare Tische an. Die Bezüge gibt es in Rot, Blau und in Gelb-Weiß gestreift. Die Preise für Firmenkunden richten sich nach der Stückzahl und dem gewählten Druckverfahren. (pmi)

Informationen gibt’s im Internet unter: www.doppelliegestuhl.de

Von Meike Schilling

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