Merten-Jäger-Haus soll saniert werden – Denkmalschutz gibt 15 000 Euro – Tür vor Brand aufgebrochen

Nach Brand in Helsa: Abriss ist kein Thema mehr

Der Zustand heute: Trotz der schweren Beschädigung prägt das Merten-Jäger-Haus die Fachwerkzeile an der Berliner Straße.

Helsa. Nach dem Brand des Merten-Jäger-Hauses wächst in Helsa die Sorge, dass das imposante Gebäude abgerissen werden muss und dadurch in der malerischen Fachwerkhäuserzeile an der Berliner Straße eine Lücke entsteht.

Viele Helsaer fürchten, dass das Ortsbild durch einen Abriss einen Teil seines Charakters verlieren würde.

Lesen Sie auch:

- Feuerwehrleute bei Brand in Helsa: Sie wollen keine Helden sein

- Nach Brand: Fachwerkhaus droht der Abriss

Fachwerkhaus in Helsa wurde Raub der Flammen

Doch die Furcht ist offenbar unbegründet. Einen Abriss werde es nicht geben, sagte Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, Mittwoch auf HNA-Anfrage nach einem Besuch von Bezirkskonservator Dr. Thomas Michael Wolf (Marburg) an der Brandstelle. Es werde erwogen, einen Zuschuss über 15.000 Euro, den die Denkmalbehörde bereits vor dem Brand für die Sanierung der Hausfassade gewährt habe, nun für die Erneuerung des Dachstuhls zu verwenden. In einem Brief hatte sich zuvor der CDU-Gemeindevertreter Frank Williges an den Gemeindevorstand gewandt. Darin fordert Williges, „alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um das ortsbildprägende Fachwerkhaus zu erhalten“.

Zerstört: Auch der Dachstuhl wurde ein Raub der Flammen. In der Bildmitte ist die Figur des Merten-Jäger zu erkennen.

Williges regt einen gemeinsamen Ortstermin mit dem Hauseigentümer, Vertretern der Brandversicherung sowie der Bauaufsichts- und der Denkmalschutzbehörde an. Wie berichtet, hat der Brand in der Nacht zum Sonntag den Dachstuhl des Hauses sowie zwei Obergeschosse schwer beschädigt. Auch beim Landkreis Kassel ist man sich der Bedeutung des Merten-Jäger-Hauses für das Ortsbild Helsas bewusst. Es gehe nun um die Frage, wie ein Konzept für den Wiederaufbau aussehen könnte und wie viel die Sanierung des Gebäudes kosten würde, sagte Sprecher Kühlborn. Er sei insgesamt „guter Dinge“ in der Sache. Kühlborn: „Unsere eigenen Mittel für den Denkmalschutz sind allerdings leider begrenzt.“

Die Hoffnung der Helsaer auf Hilfe durch den Landkreis und die Denkmalschutzbehörden ist groß. Der Grund: Landrat Uwe Schmidt (SPD) lebt in Helsa und war vor seinem Wechsel ins Kreishaus nach Kassel ein Jahrzehnt lang Bürgermeister der Lossetalgemeinde.

Fotos: Dachstuhl eines Fachwerkhauses brannte

Feuer in Helsa: Dachstuhl eines Fachwerkhauses brannte

Unterdessen schließt die Polizei Brandstiftung als Ursache für das Feuer nicht aus. Die Feuerwehr habe bei den Löscharbeiten mehrere eingeschlagene Glasfüllungen einer Kunststofftür entdeckt, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Die Tür sei anschließend geöffnet worden.

Zur Ermittlung der Brandursache werden jetzt Spezialisten des Landeskriminalamts eingesetzt. Zuvor müsse das einsturzgefährdete Haus aber abgesichert werden.

Die Absperrung des Hauses, durch die der Verkehr auf der viel befahrenen Berliner Straße in Richtung Bundesstraße 7 stockt, soll nach dem Ende der Aufräumarbeiten Donnerstag beseitigt werden.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 0561/9100.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.