Investor plant für Rewe

Edeka will kleineren Markt in Heckershausen erhalten

Schließt : Der Edeka-Aktiv-Markt wird im Ortszentrum von Heckershausen nur noch bis Sommer 2014 betrieben. Archivfoto: Schräer

Ahnatal. Wie versorgen sich die Einwohner von Heckershausen künftig mit Lebensmitteln und den Dingen des täglichen Bedarfs? Sollte ein neuer, großer Supermarkt am Ortsrand unweit des Kreisels gebaut werden, oder sollte man an einem kleineren Markt im Zentrum festhalten?

Diese Frage bewegt viele in der Gemeinde. Entsprechend groß war das Interesse an der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend, bei der das Thema auf der Tagesordnung stand. Und sehr kontrovers diskutiert wurde (Artikel unten).

Fest steht, dass der Betreiber des Edeka-Aktiv-Marktes an der Hauptstraße zum Sommer 2014 aufhört. Klar ist auch, dass die Rewe-Gruppe Region Mitte in Heckershausen einen Supermarkt mit vollem Sortiment betreiben möchte. Dies hatte das Unternehmen im Frühjahr bekannt gegeben.

Daraufhin hatten die Fraktionen Ende Juni einen Beschuss gefasst, in dem die Edeka Handelsgesellschaft Hessenring zum weiteren Betreiben eines Einkaufsmarktes in Heckershausen verpflichtet werden sollte. Und dazu, dessen Angebot zu verbessern auch in Bezug auf Qualität und Frische der Produkte.

Anfang dieser Woche habe Edeka die Pläne präsentiert, hieß es in der Gemeindevertretung. Hört der jetzige Betreiber auf, will Eigentümer Edeka das Gebäude für 350 000 Euro renovieren. Anschließend soll auf den vorhandenen 400 Quadratmetern Verkaufsfläche ein City-Markt Produkte anbieten. Bei diesen handele es sich um eingeschweißte Ware, Frischeabteilungen zum Beispiel für Fleisch werde es nicht geben. Ein Betreiber stehe noch nicht fest, möglicherweise werde der City-Markt auch als Filiale eines größeren Standortes geführt. Der nächste Edeka Neukauf als Vollsortimenter ist in Weimar.

Diesem Konzept des Aktiv-Marktes steht das Angebot der List + Wilbers Projektentwicklungs GmbH mit Hauptsitz im niedersächsischen Nordhorn gegenüber, die mit Rewe zusammenarbeitet. Kern des Projektes, für das seine Firma auch als Investor auftrete, sei ein Supermarkt mit Vollsortiment, sagt auf Anfrage Jörg Knörndel, bei List + Wilbers für Nordhessen zuständig.

Man habe den Verantwortlichen in Ahnatal verschiedene Möglichkeiten vorgestellt. So könnten zum Beispiel ein Drogeriemarkt und auch Shops für Anbieter aus Ahnatal integriert werden. Darüber müsse letztlich die Politik entscheiden.

Man sehe aber Potenzial für einen zweiten Supermarkt in Heckershausen im Bereich Rasenallee, auf der derzeit viele Autofahrer durch Ahnatal rauschten. Diese könnten dann dort einkaufen. Er sei froh, dass jetzt mit der Entscheidung der Gemeindevertretung das Thema Nahversorgung diskutiert werde. „Hierfür geben wir unsere Informationen und Zahlen weiter“, sagt Knörndel.

SPD und CDU hatten ursprünglichen Antrag pro Bauprojekt entschärft - Jetzt soll Verwaltung nur prüfen

Mit einem gemeinsamen Antrag haben die Fraktionen von SPD und CDU das Thema Nahversorgung Heckershausen auf die Tagesordnung gebracht. Auch um es „zu einer öffentlichen Angelegenheit zu machen, die sonst nur auf informellen Ebenen“ diskutiert werde, meinte Thomas Dittrich-Mohrmann (SPD).

Es handele sich um einen Prüfauftrag, eine Voranfrage, betonte zuvor Iris Schmidt (SPD) in der Antragsbegründung. Allerdings erst nach einer Änderung des ursprünglichen Vorstoßes. Dort hatten SPD und CDU noch die Pläne für einen neuen Vollsortimenter in Heckershausen begrüßt und den Gemeindevorstand zu einer zeitnahen Prüfung der Realisierungsmöglichkeiten aufgefordert.

In dem ursprünglichen Antrag zeigten SPD und CDU ihre „wahre Gesinnung“, kritisierte Dr. Volker Olbrich (Grüne). Wer anschließend anderes erzähle, sei nicht glaubhaft. Olbrich und seine Fraktionskollegen machten deutlich, dass sie gegen einen weiteren Supermarkt in Ahnatal sind.

Und kritisierten auch den veränderten, gleichwohl „unnötigen“ Antrag, wie Axel Lecke meinte. Man müsse nicht ohne Bedarf etwas bauen, und „prüfen brauche ich nur, was ich auch will“. Der Edeka-Supermarkt in Weimar liege zwei Kilometer von Heckershausen entfernt, „das ist Nahversorgung“, betonte Birgit Hupfeld. Ein neuer Supermarkt schaffe ruinöse Konkurrenz. Stattdessen müsse man die dörflichen Strukturen erhalten, sagte Gerlinde Schaub.

Er verstehe die Sorgen der Bürger und der Beschäftigten der Edeka in Ahnatal, betonte Rüdiger Reedwisch (CDU). Mit den vorgestellten Plänen eines City-Marktes gebe es aber nur das Nötigste und weniger als jetzt im Aktiv-Markt zu kaufen. „Wir wollen mit dem Antrag sehen, was möglich und sinnvoll ist.“

Seit Anfang 2000 werde über die Nahversorgung Heckershausens nachgedacht, seien auch Möglichkeiten des bestehenden Marktes geprüft worden, meinte Bürgermeister Michael Aufenanger. Wenn es aber dort nicht weitergehe, müsse man über einen anderen Standort nachdenken. Dieser könne durchaus am Kreisel sein, der an die Wohnbebauung Heckershausens angrenze. (mic)

Von Michael Schräer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.