Söhrewalder müssen für Wasser und Kanalisation deutlich mehr zahlen – Streit um Gutachterkosten

Abwasser-Preis steigt um 88 Cent

Risse im Kanal: Die Gemeinde Söhrewald hat das gesamte unterirdische Kanalnetz mit einer Kamera befahren lassen. Schäden an den Rohren wurden – wie auf diesem Archivbild – festgehalten. Archivfoto: dpa

Söhrewald. Bittere Pille für die Bürger von Söhrewald kurz vor dem Jahreswechsel: Künftig müssen sie für Trinkwasser und Abwasser tiefer in die Tasche greifen. Der Kubikmeter Frischwasser kostet ab 1. Januar 2011 statt 2,14 Euro dann 2,23 Euro. Die Kanalgebühren steigen kräftig von 3 Euro auf 3,88 Euro pro Kubikmeter.

Während beim Wasserpreis alle Fraktionen, außer den Grünen, in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung am Freitagabend für die Erhöhung stimmten, hielten beim Kanalpreis nur SPD und FDP diese Preiserhöhung für notwendig.

Die CDU forderte ein moderateres Drehen an der Preisschraube. Statt 88 Cent solle die Gemeinde nur 44 Cent mehr nehmen, schlug CDU-Fraktionschef Wolfgang Kiesewetter vor. Schließlich müsse man im kommenden Jahr eh noch einmal über die Kanalgebühren reden, denn 2011 soll in Söhrewald die getrennte Abrechnung von Abwasser und Regenwasser eingeführt werden. Die neuen und kostendeckenden Preise seien von einem Gutachter kalkuliert worden, erwiderte SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Harz. Es sei nicht konsequent, nun nur die Hälfte der kalkulierten Kostensteigerung in Rechnung zu stellen.

Das meinte auch Jürgen Langhut (FDP). „Durchs Verschieben wird es nur teurer“, sagte der Baufachmann, man müsse beständig in die Unterhaltung des Kanalnetzes investieren. Grünen-Sprecher Michael Jakobshagen sah das genauso: „Wir haben einen Investitionsstau“, sagte er. „Die Erhöhung ist moderat, die Kanalgebühren werden noch weiter steigen“, lautete seine Prognose.

Einsparmöglichkeiten sieht Langhut wie auch die Grünen und die CDU bei den Expertisen. „30 000 Euro, das sind zu hohe Kosten für externe Gutachten“, sagte Kiesewetter. Das sah wiederum die SPD anders: Die hohen Kosten für Gutachten seien zwar ärgerlich, meinte SPD-Chef Harz, aber die Verwaltung könne es nicht selbst leisten.

Dem pflichtete Bürgermeister Michael Steisel (SPD) vehement bei. „Wir sind eine kleine Verwaltung mit 17 Mitarbeitern“, sagte der Verwaltungschef, deshalb brauche man Unterstützung von außen.

„Das ist keine Böswilligkeit, sondern bittere Notwendigkeit“, meinte Steisel. Um den Zustand der Abwasserkanäle beurteilen zu können, seien alle Kanäle mit der Kamera befahren worden.

Der CDU-Antrag auf Halbierung der Erhöhung bei den Kanalgebühren fand keine Mehrheit. (hog)

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