Geschichtsverein Helsa stellt Modellautos aus Papier und Pappe im Gemeindezentrum aus

Achsen sind aus Stecknadeln

Zauberhafte Leihgaben: Sämtliche Modellautos, wie der rote Esso-Tankwagen von MAN und der VW-Bus, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus Pappe und Papier hergestellt. Foto:  Wienecke

Helsa. Wolfgang Rhein aus Lohfelden arbeitet seit einigen Jahren beim Geschichtsverein in Helsa mit. „Wir wollten im Gemeindezentrum Helsa auch gern Exponate aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ausstellen“, berichtet er. Die selbst gebastelten Autos aus der Zeit von 1946 bis 1952, die er dort als Leihgabe zeigt, hat sein im Jahr 2005 verstorbener Bruder Walter gebaut.

„Er hat sie ohne jede Anleitung als Spielzeug für mich hergestellt“, erläutert der 71-Jährige. Sämtliche Fahrzeuge sind aus Pappe und Papier gefertigt worden. Lediglich für die Achsen wurden Steckennadeln und Tubenblech verwendet. „Geklebt hat er mit dem damals bereits erhältlichen Uhu-Kleber, lackiert mit Wasserfarben und farblosem Nitrolack“, sagt Wolfgang Rhein. „Mein Bruder konnte sehr gut zeichnen, alles Weitere hat er sich selbst beigebracht“, weiß er. „Die Seitenwände und die Dächer hat er über Stricknadeln gebogen, damit sie nicht zu scharfkantig erscheinen. Um den Fahrzeugen Stabilität zu geben, wurden sie von innen mit einer Lage unterklebt“, erinnert er sich. „Dann wurde gespachtelt, geschliffen und lackiert.“ In den 1950er-Jahren war Walter Rhein dann bei Ford als Designer tätig. „Später hat er Bastelbögen für Fahrzeuge selbst herausgebracht“, berichtet sein Bruder. „Weil es damals nichts gab, hat mein Bruder alle Autos ohne Bastelbögen aus dem Gedächtnis und nach Bildern hergestellt. Er hatte wirklich viel Geschick“, sagt Wolfgang Rhein.

Das historische Archiv des Geschichtsvereins Helsa im Obergeschoss des Gemeindezentrums in der Berliner Straße 20 ist mittwochs zwischen 9 und 12 Uhr geöffnet. Kontakt zu dieser Zeit unter: Tel. 05605/ 806 53 55, Infos: www.geschichtsverein-helsa.de

Von Bettina Wienecke

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