Acht Jahre Haft für Serie von Überfällen

Kasseler für Taten in sieben Tankstellen in der Region verantwortlich

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Tatort: Die Tankstelle in der Veckerhagener Straße in Ihringshausen wurde überfallen. Der Täter stand jetzt vor Gericht.

Kassel/Fuldtal/Lohfelden. Im Prozess um eine Serie von sieben Tankstellen-Überfällen hat das Kasseler Landgericht den angeklagten Kasseler am Freitag zu acht Jahren Haft verurteilt.

Die 5. Strafkammer habe „keinerlei Zweifel“, dass der 30-Jährige der Täter sei, der zwischen dem 21. Juli 2012 und dem 17. Januar 2013 maskiert und mit vorgehaltener Softair-Waffe Tankstellen in Fuldatal-Ihringshausen, in der Kasseler Ysenburgstraße, in Felsberg-Neuenbrunslar, in Wabern und Lohfelden überfallen habe, so der Vorsitzende Richter Jürgen Stanoschek.

Den siebten Überfall am 26. Januar 2013 auf eine Tankstelle in Immenhausen hatte der einschlägig vorbestrafte Angeklagte gestanden. Damals war er nach massiver Gegenwehr des Tankstellenbesitzers ohne Beute geflohen. Gestanden hatte der 30-Jährige auch, dass er am 21. Januar 2013 Pfefferspray ins Gesicht zweier Polizisten sprühte, die ihn in Bettenhausen kontrollierten.

Der Schuldspruch lautete jetzt auf schwere räuberische Erpressung in sechs Fällen, gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte räuberische Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Verteidiger Michael Schenk hatte zuvor gefordert, den Angeklagten mit Blick auf die ersten sechs Taten freizusprechen. Der Angeklagte hatte bestritten, an diesen Überfällen beteiligt gewesen zu sein. Stattdessen hatte er dem Gericht von einem möglichen alternativen Täter berichtet – einem Bekannten mit Allerweltsnamen, dessen genaue Adresse er nicht kenne, der aber Zugriff auf ein Depot mit der Schein-Waffe und der auffälligen Tatkleidung gehabt habe.

Gemeinsam habe man dieses Versteck angelegt – er selbst habe die Ausstattung aber erstmals am Tag der Polizeikontrolle benutzt, behauptete der Kasseler. Richter Stanoschek hatte für diese Geschichte am Ende jedoch nur noch eine Bewertung übrig: „Völliger Quatsch!“

Nach Überzeugung der Kammer beging der 30-Jährige den ersten Überfall in Ihringshausen, um Geld für eine Mallorca-Reise zu beschaffen. Danach sei er offenbar „auf den Geschmack gekommen“.

Der Angeklagte habe einen recht großen Freundeskreis gehabt, den das Gericht nach und nach im Zeugenstand kennengelernt habe, so Stanoschek. Beliebt sei er gewesen. Doch was er genau tat, habe niemand gewusst. Auf der Anklagebank sitze der 30-Jährige „wie ein netter junger Mann“, so der Richter. Dabei sei er „eigentlich ein recht skrupelloser Krimineller“.

Das zeige nicht zuletzt die „durchaus brutale“ Vorgehensweise beim letzten Überfall, bei dem er den Tankstellenbesitzer mit Pfefferspray angesprüht, ihm an den Hals gegriffen und zugedrückt habe.

Von Katja Schmidt

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