Projekt: „Das Licht sind wir“ an der Gesamtschule Fuldatal trotzt Aggressionspotenzial

Mit Action gegen Gewalt

Schrill, aber aussagekräftig: Die Schüler der achten Klasse an der Gesamtschule Fuldatal zusammen mit ihrer Kunstlehrerin Karin Balkenhol (vorne links knieend) und der Kasseler Künstlerin Katrin Leitner (rechts knieend). Fotos:  Grigoriadou

Fuldatal. Laute Technomusik, Licht und Schatten, Jugendliche in weißen Schutzanzügen mit Styroporwaffen und bunter Kopfbedeckung, Engelsflügel, Herzen und Bilder von Tieren tauchten das Klassenzimmer in ein geordnetes Chaos.

Licht statt Prügel

Diese Szenen spielten sich an der Gesamtschule Fuldatal während der Projekttage ab. Der Kurs für Musisch-Ästhetische Bildung der Klassen acht zeigte zusammen mit Kunstlehrerin Karin Balkenhol und der Kasseler Künstlerin Katrin Leitner, was sie unter dem Projekt „Das Licht in mir und dir!“ verstanden.

Im Mittelpunkt dieses Projektes steht der soziale Umgang der Schüler miteinander im Schulalltag. „Wir haben beobachtet, dass vor allem die Schüler der achten Klassen sich aggressiver verhalten“, sagt Karin Balkenhol. Und so entschied sie sich neben anderen pädagogischen und didaktischen Mitteln, das Thema Aggressionen mit in die Projekttage aufzunehmen. Katrin Leitner war gleich für dieses Projekt zu haben. „Die Energie, die die Schüler haben, können sie produktiv nutzen“, sagt die Künstlerin. „Kunst kann als Symbol funktionieren.“ In eine bewusste Kämpferrolle werden die jungen Menschen gesteckt, erklärt Karin Balkenhol. Mit Toolz (Symbolen/Werkzeugen) in Form von Gewehren, Armbrust und anderen negativen Gegenständen stehen die Schüler auf der Bühne und lassen ihren Gefühlen freien Lauf. „Sie stecken ihre ganze Energie in Bilder, Sprache und Formen“, sagt Katrin Leitner. „Die Gegenstücke sind Herzen, Blumen und Engelsflügel.“

Ein Theaterstück ist die Performance nicht. Die Bilder, Gegenstände und Bewegungsabläufe der Darsteller sprechen für sich. Dazu kommt noch das VJing, das Arbeiten und Mischen von verschiedenen Bildern, welche im Hintergrund laufen.

Gewaltprävention

Selina Neumann (14) und Yannik Terjung (14) haben vor allem Spaß an dem Projekt. Dass es eine Art der Gewaltprävention ist, merken die Jugendlichen bewusst nicht. „Ich bin ziemlich ausgepowert“, sagt Selina und lächelt.

Die Präsentation des Projektes beginnt am Mittwoch, 12. Juni um 17 Uhr in der Gesamtschule. Gäste sind willkommen.

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