Schrauber mit langem Atem

ADAC-Rallye: Mehr als 100 Oldtimerfreunde auf großer Fahrt

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Korso historischer Schätzchen im Blechkleid: Fritz Krieger (links) und Wilfried Wicke aus Baunatal gingen in ihrem Renault-Feuerwehrauto von1927 als einer der Ersten an den Start der Rallye, die bis nach Bad Wildungen führte. Ins Ziel kamen die beiden nicht.

Baunatal. Oldtimerfreunde brauchen Geduld. Fritz Krieger aus Rengershausen zeigt stolz auf das feuerrote Feuerwehrauto der Marke Renault. Bis nahe Paris ist er gefahren, bis er in der Stadt Fontainbleau dieses Schmuckstück, Baujahr 1927, entdeckte.

Bis das rund zwei Tonnen schwere Fahrzeug mit der Feuerglocke hinter dem Fahrersitz so tipptopp war, vergingen acht bis zehn Jahre, schätzt Krieger. Sein Partner Wilfried Wicke, der in Altenbauna einen Kfz-Meisterbetrieb führt, hat für das Gefährt in der Schweiz eine Magnetzündung besorgt, die eigentlich in Flugzeuge eingebaut wird.

Das offene Feuerwehrauto aus Frankreich gehörte zu den mehr als 100 Oldtimern, die vom Kundencenter des VW-Werks aus mit dem Nordhessischen Motorsport-Club Baunatal in mehreren Etappen auf die traditionelle ADAC-Rallyetour nach Bad Wildungen gingen. Bei schönem Wetter kamen Krieger und Wicke diesmal nicht in die Verlegenheit, mit ihrem Auto Aufregung zu verursachen. Sie seien einmal wegen starken Regens unter das Vordach eines Hauses gefahren, um Schutz suchen, erzählt Wicke. Da seien die Bewohner besorgt auf die Straße gerannt: „Die dachten, es brennt.“ Leider gab es für Krieger bei der Rallye wirklich den Ernstfall. Er blieb liegen und musste abgeschleppt werden.

„Sanitäter“ auf zwei Rädern: Wolfgang Pfister mit einer BMW R27 des DRK Kassel-Wolfhagen aus den 1960er-Jahren.

Auf dem Parkplatz des VW-Kundencenters besichtigten die zahlreichen Schaulustigen vor dem Start der Oldtimer die ganze Vielfalt aus fast 100 Jahren Automobilgeschichte. Das ist schon - was die Größe der Karossen betrifft - eine Welt der Kontraste. Vertreten war beispielsweise eine BWW Isetta, Spitzname Quietschkugel, die wahrlich nicht für Hünen gebaut wurde. Hochgewachsene Menschen haben dagegen im USA-Klassiker Ford Thunderbird („Donnervogel) keinerlei Platzprobleme. Ein blütenweißes Exemplar dieses Modells mit der schier endlos wirkenden Motorhaube ging in Baunatal an den Start.

Motorräder waren diesmal nur spärlich vertreten: Heinz Riehl aus Schauenburg hat vier Jahre gebraucht, um sein DKW-Zweirad, Baujahr 1937, auf Vordermann zu bringen.

Bilder der Rallye

ADAC-Oldtimer-Rallye in Baunatal

Von Peter Dilling

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