ADAC-Rallye: 120 Oldtimer rollten durch Baunatal

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Baunatal. Der Corso der 17. Internationalen ADAC-Oldtimerfahrt hat am Samstagmorgen viele Schaulustige an die enge Fahrgasse auf dem Baunataler Marktplatz gelockt.

Der Motor einer flunderförmigen Corvette brüllt mit seinen 450 Pferdestärken auf, der Fahrer eines mit Porsche-Motor aufgemotzten Käfers grüßt in die Menge, das französische Gegenstück aus den 1950er-Jahren, ein klobiger Renault 4 CV, hämisch-liebevoll Butterklumpen genannt, rollt vor das Baunataler Rathaus.

Während ein paar Meter weiter Gemüse, Eier und Salat verkauft wird, stempeln Wilfried und Barbara Langmann vom Nordhessischen Motorsportclub Baunatal, dem Organisator, wie am Fließband die Kontrollkarten der Fahrer ab, die im Volkswagenwerk gestartet sind. Nach ein paar aufmunternden Worten steuern die Oldtimer-Fans ihre Blechschätzchen vorsichtig durch das Spalier der Zuschauer Richtung Europaplatz.

Fotos: 17. ADAC-Oldtimer-Rallye in Baunatal

17. ADAC-Oldtimer-Rallye in Baunatal

Peter Berndt und Erwin Thul haben sich einen erhöhten Platz am Rathaus gesichert. Berndt, der wie Thul früher im VW-Werk gearbeitet hat, schaut sehnsüchtig auf die drei Karmann-Ghias, legendäre Volkswagen mit Käfer-Technik. „Davon habe ich in meinem Leben drei Stück gefahren. Hätte ich doch nur einen behalten“, sagt der Baunataler. Berndt fährt wie Thul heute einen Golf Plus, der Umwelt zu liebe und mit Rücksicht auf die hohen Spritpreise. „Die Form der heutigen Autos wird ja nur noch durch den Windkanal bestimmt“, meint Thul. Berndt fände es schön, wenn noch mehr der alten Schätzchen restauriert würden. Auf Wanderungen habe er viele alte Autos in Scheunen und auf Grundstücken gesehen, die vor sich hinrotten.

Kai Becker aus Baunatal, der mit seinem Sohn Till (2),den Korso verfolgt, hat seinen Traum vom eigenen Oldtimer wahrgemacht: Der Bauingenieur hat in einem Jahr einen Porsche 914, Baujahr 1973, neu aufgebaut. „An den alten Autos kann man wenigstens noch selbst herumschrauben“, sagt er. Till darf schon auf dem Kindersitz mitfahren, wenn sein Vater bei schönem Wetter auf Spritztour geht. (pdi)

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