„Ältere Autofahrer fallen nicht besonders auf“

Schwerer Unfall auf der B  7 bei Helsa: Ein 75-jähriger Autofahrer aus Großalmerode verlor wegen eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über sein Auto. Foto: zko

Ein 75-jähriger Autofahrer verursachte Montagnachmittag auf der Bundesstraße 7 bei Helsa einen schweren Verkehrsunfall, in den drei Fahrzeuge verwickelt waren. Der Rentner verlor durch einen medizinischen Notfall die Kontrolle über sein Fahrzeug. Drei Personen wurden bei dem Unfall verletzt. HNA-Redakteur Peter Kilian sprach mit Polizeipressesprecher Torsten Werner über Fahrtüchtigkeit im Alter.

Herr Werner: Sind Verkehrsteilnehmer über 70 Jahre überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt?

Torsten Werner: Dies ist nicht so einfach darzustellen. Zumal unterschieden werden muss, ob es sich um Opfer oder Verursacher handelt. Generell ist jedoch zu sagen, dass ältere Verkehrsteilnehmer nicht auffallend häufig an Unfällen beteiligt sind. Was sich allerdings widerspiegelt, ist der demografische Wandel in der Gesellschaft. Von daher steigt natürlich auch die Zahl älterer Unfallbeteiligter.

Hält die Polizei einen regelmäßigen Gesundheitscheck für ältere Autofahrer für sinnvoll?

Werner: Ob ein regelmäßiger Gesundheitscheck für ältere Autofahrer sinnvoll ist oder nicht, liegt nicht im Ermessen der Polizei. Es gilt in jedem Fall für alle Verkehrsteilnehmer Paragraf 1 Straßenverkehrsordnung: Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. .

Wie sieht die rechtliche Situation aus? Verliert jemand, der im hohen Alter einen schweren Unfall verursacht, seinen Führerschein auf Dauer?

Werner: Zunächst einmal: Ob ein Fahrzeugführer seinen Führerschein verliert, entscheidet nicht die Polizei, sondern die Führerscheinstelle. Von ihr wird die Fahrerlaubnis eingezogen. Die Dauer richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Dabei arbeitet die Führerscheinstelle natürlich mit anderen Behörden zusammen und lässt auch gesundheitliche Voraussetzungen überprüfen. Die Polizei ermittelt für die Staatsanwaltschaft, ob möglicherweise juristische Konsequenzen aus dem Vergehen gezogen werden müssen.

Foto: nh

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