Kriegsgräberstätte auf Friedhof Niedervellmar wurde umfassend saniert – Grabmale aus Granit nachgebaut

Ältester Stein mit Soldatenfoto

Sanierte Anlage: Sechs Grabsteine gehören zu der Kriegsgräberstätte aus dem Ersten Weltkrieg. Die komplette Anlage wurde jetzt erneuert, zwei verwitterte Grabsteine wurden ersetzt. Fotos: Stadt Vellmar/nh

Vellmar. Hier ruht in Frieden Johannes Müller, Hornist und Gefreiter in der vierten Kompanie des 83. Infanterieregiments, ist auf einem der sechs Steine der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Niedervellmar zu lesen.

Jetzt wurde die gesamte Anlage von der Stadt Vellmar in Abstimmung mit der Friedhofskommission und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge komplett saniert. Auch die Inschriften der Grabsteine wurden gesäubert. So erfahren die Besucher, dass Johannes Müller im Alter von 21 Jahren während des Ersten Weltkriegs im Juli 1915 bei Kämpfen in Russland ums Leben kam.

Gerade dies ist eine Besonderheit der Kriegsgräberstätte in Niedervellmar. Die jungen Männer starben zwar in Russland und Frankreich, wurden aber überführt und in ihrer Heimat beigesetzt. Deshalb finden sich auf diesem Friedhof sechs Einzelgräber und nicht - wie sonst oft üblich - ein einziges Ehrenmal mit den Namen der Getöteten. „Bei der Sanierung war es uns wichtig, diesen Charakter zu erhalten“, sagt Uwe Niede vom Vellmarer Bauamt.

Zwei der sechs Grabsteine sind noch Originale aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Es sind dies zwei Grabmale aus Sandstein, zum Teil mit einem Kreuz und einem Bild des Gefallenen. Auffällig: Damals wurde wesentlich mehr Text auf die schwarze Platte am Stein aufgenommen.

Zwei Nachbauten

Die anderen vier Steine sind Nachbauten. Zwei bestehen aus Betonwerkstein und stammen laut Niede aus den 50er- und 60er-Jahren. Nummer fünf und sechs waren so stark verwittert, dass sie ausgetauscht und durch Replikate ersetzt werden mussten. Diese fertigte ein Steinmetz aus Fuldatal an. Als Werkstoff gewählt wurde Granit, mit dem am Ende auch die Kriegsgräberstätte neu eingefasst wurde.

Details zu den Gefallenen auf den Grabsteinen gibt es wohl nicht mehr. Laut Niede sind der Stadt Vellmar, die die Stätte schon seit Jahrzehnten pflegt, keine Angehörigen mehr bekannt. Auch wenn Namen wie Damm oder Müller geläufig sind. 15 000 Euro hat die Sanierung gekostet, die sich über den Oktober und November erstreckte.

Die Summe wurde komplett vom Regierungspräsidium Kassel gefördert.

Von Stefan Wewetzer

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