Streuobstinitiative Silka im Landkreis Kassel startet: Annahmesaison hat begonnen

An die Äpfel, fertig, los!

Frisch geerntet: Lothar Röder (rechts) liefert einen Großteil seiner Apfelernte bei Gärtnermeister Klaus-Dieter Döring in Heckershausen für die Verwertung durch die Silka ab. Foto: Binienda-Beer

Ahnatal. Äpfel, Äpfel und noch mal Äpfel: Der Kasseler Lothar Röder ist mit dem Ertrag des alten Obstbaums in seinem Garten auf dem Warteberg mehr als zufrieden. Aufessen kann er die Ernte bei weitem nicht, fürs Mosten ist ihm der Aufwand zu groß. Da kommt ihm das Angebot von Silka, der Streuobstinitiative im Landkreis Kassel, gerade recht.

Die Annahmesaison hat begonnen, bis Ende Oktober können Äpfel kreisweit an sechs Orten abgeliefert werden, Birnen zu bestimmten Terminen (siehe Hintergrund).

Röder, der von seinem Anfang der 1950er-Jahre gepflanzten und mehrfach veredelten Apfelbaum gleich mehrere Sorten ernten kann, bringt die ersten 96 Kilo in Kisten und Kartons nach Heckershausen zur Baumschule Döring. Die unterstützt das Silka-Projekt seit mehr als zehn Jahren.

Für die Ladung bekommt der Kasseler nach Abwiegen und Ausschütten in einen so genannten Big Pack eine Gutschrift über 76 Flaschen Silka-Apfelsaft bei einer Zuzahlung von jeweils 45 Cent. „Das ist doch eine wirklich sinnvolle Lösung“, sagt Röder zufrieden. Bäume, die selbst im Spätherbst noch voller Früchte hängen und von niemandem abgeerntet werden, sind dem 66-Jährigen ein Dorn im Auge. „Schade, dass es viele Menschen nicht mehr für nötig halten, selber zu pflücken. Sie ziehen offenbar den Einkauf im Supermarkt vor, weil der bequemer ist.“ Gärtnermeister Klaus-Dieter Döring, ehemals Zweiter Vorsitzender bei Silka, beobachtet aber: Nicht nur die Großelterngeneration legt Wert auf die Verwertung des Obstes, zunehmend zeigen auch die Enkel ein verschärftes Bewusstsein für den Wert des gesunden Lebensmittels. Nur die mittlere Altersgruppe, sagt Döring, sei unter seinen Anlieferern weniger ausgeprägt vertreten. Kurz nach Röder stellt eine Gartenfreundin ihre Ernte auf die Waage, ein wenig verlegen, dass ihre Äpfel sichtbar kleiner geraten sind. Döring hat einen wertvollen Tipp: „Wenn die Äpfel im Frühjahr daumengroß sind, bloß nicht zögern, welche abzupflücken. Damit die, die dann weiterwachsen, schön groß werden.“

Döring öffnet die Annahmestelle auf dem Lagergelände der Baumschule jeden Samstag um 9 Uhr. Dann steht dort bereits eine Schlange von Autos mit vollgeladenen Kofferräumen und Anhängern. In den folgenden Stunden füllen sich die bis zu 600 Kilogramm Obst fassenden Big Packs, in starken Erntejahren sind es über 20 pro Samstag.

Von der Annahmestelle rollt das Obst per Lkw in die Vertragskelterei nach Reinhardshagen – und der fertige Silka-Saft später hierher zurück. Denn an allen sechs Annahmestellen im Landkreis gibt es das gesunde regionale Produkt mit dem Nabu-Qualitätszeichen zu kaufen.

HINTERGRUND

Von Dorina Binienda-Beer

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