Leiser, aber immer noch zu eng

Ärger an der A7: Anwohner kritisieren marode Lindenkopfbrücke

Lohfelden/Kassel. Der Lärmschutz an der A7 ist komplett, auch die Lindenkopfbrücke hat einen neuen Schallschutz. An dem Zustand der Brücke hat sich aber nichts getan. Das führt nun zu Ärger.

Die Bauarbeiten an der Autobahn 7 zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte sind zur Hälfte fertig. Der Lärmschutz zwischen A 7 und der Lindenkopfbrücke, die über die Bahn hinweg Lohfelden und den Kasseler Ortsteil Forstfeld verbindet, steht komplett. Alles super, könnte man meinen.

Doch Anwohner der Brücke schütteln den Kopf: „Der Lärm ist zwar durch die neuen Schallschutzwände – auch an der Brücke – weniger geworden. Aber die Brücke an sich ist viel zu schmal“, sagt eine Anrainerin auf der Lohfeldener Seite, die anonym bleiben möchte.

Kinder, Senioren und Spaziergänger mit ihren Hunden hätten auf „dem schmalen Streifen Bürgersteig kaum Platz.“ Kämen noch Autos oder gar der Bus hinzu, werde es richtig eng. „Mehrere Millionen Euro gehen in die Sanierung der A7, rund 600.000 Euro wurden für den Schallschutz der Lindenkopfbrücke investiert, aber die Brücke an sich bleibt leider, wie sie ist“, sagt sie.

Fragt man bei Familie Scheel, die gegenüber auf der Forstfelder Seite an dem Übergang wohnt, hört man ähnliches: „Der Lärmschutz an der A 7 und auch an der Lindenkopfbrücke ist durch die Wände besser“, sagt Monika Scheel. „Wir leben jetzt ruhiger“, bestätigt ihre Mutter Anneliese Scheel (79), die vor rund 45 Jahren dort hingezogen ist. „Aber wenn wir morgens beim Spaziergang über die Brücke gehen, muss ich auf meine Mutter und auf unsere Hunde aufpassen“, sagt ihre Tochter Monika Scheel. „Das ärgert uns täglich.“ Und: „Es graut uns vor der dunklen Jahreszeit“, betont Monika Scheel. Dann käme zu dem Platzproblem noch die Dunkelheit hinzu. „Dafür haben wir Warnwesten gekauft, auch für unsere Hunde“, sagt die 54-Jährige. Denn „an Tempo 30 halten sich leider hier wenige Autofahrer“.

A7: Zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer?

Scheels sagen, dass es sicherlich schwer sei, die Brücke umzubauen. „Schließlich wurde gerade der Lärmschutz fertiggestellt und mächtig investiert.“ Dennoch ist ein größerer Bürgersteig aus ihrer Sicht notwendig. „Vielleicht könnte man eine zusätzliche Brücke für Fußgänger und Radfahrer bauen?“, fragt Monika Scheel.

Die Behörden sehen jedoch keinen Grund, etwas an der Brücke zu ändern. Kai Hast, Hauptamtsleiter der Gemeinde Lohfelden betont, dass der Übergang nicht mehr auf Gemeindegebiet liege. „Uns liegen keine Beschwerden vor, dass die Brücke zu schmal ist oder dort zu schnell gefahren wird.“ Zwar blitzte die Gemeinde hier, „aber ein Raser- oder Unfallschwerpunkt ist es nicht“, sagt Hast. Auch bei der Stadt Kassel gab es laut Sprecher Michael Schwab keine Beschwerden über die Brücke.

Dieses Video stammt nicht von der HNA, sondern ist Bestandteil der Videoplattform Glomex.

Hast und Schwab verweisen an die Verkehrsbehörde Hessen Mobil, die für die Brücke zuständig sei. „Die Unterhaltung der Brücke obliegt dem Bund und der Gemeinde Lohfelden“, sagt Sprecher Horst Sinemus. Seitens des Bundes seien keine Baumaßnahmen an der Brücke geplant. „Der Zustand des Bauwerks ist in Ordnung.“ Eine Verbreiterung komme aus statischen Gründen nicht in Betracht. Für eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die der Bund finanzieren würde, sehe die Behörde keinen Grund.

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