Anwohner klagen über Lärm

Ärger vor dem großen Heimatfest in Elgershausen

Schauenburg . „Wir können ja nicht jedesmal Pfingsten wegfahren“, sagt Inge Sichelstiel und schaut über ihren Gartenzaun etwas ratlos hinüber zum Elgershäuser Festplatz. Schon jetzt haben die Anwohner der Fuldastraße die Befürchtung, dass sie über die Feiertage wieder keinen Schlaf finden werden.

Einen Steinwurf vom Grundstück von Inge und Hermann Sichelstiel entfernt findet zu Pfingsten wieder das traditionelle Elgershäuser Schützen- und Heimatfest statt.

Vom Festzelt und dem benachbarten Autoscooter komme der Lärm bis morgens um drei Uhr hinüber, berichtet die 74-Jährige Elgershäuserin. „Manchmal klappern die Fensterscheiben“, ergänzt Ehemann Hermann (78).

Die Flucht vor dem Lärm vom nahen Festzelt hat bei den Sichelstiels Tradition. Schließlich wohnt das Ehepaar bereits seit 33 Jahren fast direkt an dem Gelände. „Manchmal sind wir auch in den Keller geflüchtet“, sagt die Seniorin. Denn: Wohn- und Schlafzimmer in dem Haus seien ebenerdig angeordnet. An Schlaf sei am Pfingsamstag und -sonntag nicht zu denken.

Michael Weigel, Vorsitzender des Fördervereins der Leichenbrüderschaft Elgershausen 1620, der jährlich das Heimatfest organisiert, bittet um Verständnis für die Lärmbelastung. „Das gibt es einmal im Jahr“, sagt er. Wen das störe, „der kann auch mal wegfahren“.

Weigel räumt allerdings ein, dass es sich um einen schwierigen Sachverhalt handelt. „Das ist ein schmales Brett“, sagt der Vorsitzende. Die Organisatoren versuchten alles, dass die Veranstaltung (18. bis 20. Mai) ordentlich über die Bühne gehe. 30 freiwillige Helfer plus ein privater Sicherheitsdienst seien im Einsatz. Dass bis tief in die Nacht gefeiert wird, das bestätigt Weigel ebenfalls.

Es habe sich so entwickelt, dass jüngere Gäste in der heutigen Zeit erst gegen 22, 23 Uhr auf den Festplatz kämen. Und: Rein rechtlich sei alles in Ordnung, betont der Vorsitzende. Das Rathaus habe die Nachtruhe für diese Zeit erst ab 4 Uhr festgelegt. „Die Polizeistunde ist bis dahin aufgehoben.“

Das bestätigt auch Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Das sei in einem üblichen Procedere zwischen Veranstalter und Rathaus geschehen, sagt sie. Ändern an dem Ablauf des Heimatfestes wird sich laut Bürgermeisterin nichts. Die Veranstaltung habe einfach eine lange Tradition im Ort, sagt sie. „Aus meiner Sicht besteht kein Anlass, da etwas zu machen.“

Inge Sichelstiel will bei aller Verägerung nicht als Nörglerin dastehen. Sie habe grundsätzlich nichts gegen die Veranstaltung, betont sie. „Es reicht doch, wenn man bis eins, halb zwei feiert.“ Auch Probleme mit Dreck und Randalierern gebe es beim Fest keine. „Einen Schaden haben wir noch nicht gehabt.“

Von Sven Kühling

Rubriklistenbild: © Kühling

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