Die Sanierung des Gemeindezentrums Heckershausen sorgt bei Bewohnern des Ortes für Unmut

Ärger über Anstieg der Kosten

Verfolgt gespannt die Baumaßnahmen: Der zehnjährige Jonas beobachtete das Treiben auf dem Dorfplatz. Fotos: Kisling

Ahnatal. Die Sanierung des Gemeindezentrums Heckershausen wird um weitere 70 000 Euro teurer. Aus den ursprünglich eingeplanten Haushaltsmitteln von knapp 48 000 Euro sind nun finanzielle Kosten von 322 000 Euro geworden. „

Wir haben keine andere Wahl, wenn wir nicht auf einer Baustelle sitzen bleiben wollen“, rechtfertigte der Vorsitzende der Ahnataler Gemeindevertretung, Gerhard Rübenkönig, die Kostenerhöhung.

Die Ahnataler Bürger hingegen sehen das anders: „Der Steuerzahler wird betrogen. Solche Unterschiede bei den Kosten sind eine Frechheit“, kritisierte der Ahnataler Fritz Schneider und forderte Konsequenzen für die Bauleitung.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Ahnataler Haushaltsdefizits sei der Anstieg um fast 675 Prozent der geplanten Kosten nicht zu rechtfertigen, meint auch Angret Plaumann. „Sicher musste etwas passieren, aber es gefällt mir nicht, das Projekte sich immer verteuern müssen und der Kostenvoranschlag nie passt“, so Plaumann. Die öffentliche Einrichtung wird derzeit an der Fassade und an den Fenstern energetisch saniert. Außerdem sollen die Treppenanlage und der Eingangsbereich des Gemeindezentrums erneuert werden. Zum Dienstleistungszentrum wurde bereits ein alternativer Zugang gebaut, sodass die Bauarbeiten an der Treppe voranschreiten können. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird der Teilbereich um die Sparkasse saniert.

„Wir sind auf Fundamente gestoßen, die in keinen Dokumenten auftauchen und deren historischen Sinn wir nicht kennen.“

bürgermeister michael aufenanger

Zu dem erneuten Aufstocken der Kosten kam es im Verlauf der bisherigen Baumaßnahmen. Dabei wurde festgestellt, dass die unterirdischen Leitungen saniert werden, Kellerwände neue Fundamente erhalten müssen. Und ein neuer Kanal ist zu verlegen. „Wir sind auf Fundamente gestoßen, die in keinen Dokumenten auftauchen und deren historischen Sinn wir nicht kennen“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger. Allein für den größeren Aushub an Erde und das benötigte Material zum erneuten Verfüllen wird die Gemeinde mit 23 000 Euro zur Kasse gebeten.

Nicht mit historischen Aspekten sind dagegen die Mehrkosten bei der Anpassung einer Klingelanlage und der Verlegung eines Heizkörpers im Gesamtwert von rund 2000 Euro zu rechtfertigen. Um einen weiteren Kostenanstieg zu vermeiden, sind in den nun bereitgestellten zusätzlichen Mitteln 12 000 Euro für Unvorhergesehenes mit eingerechnet.

Von Tobias Kisling

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