Ärger über Funktechnik  - Feuerwehren warten auf Digitalfunk

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Doppelt ausgestattet: Das neue Löschfahrzeug der Niester Feuerwehr ist sowohl mit digitalem wie auch mit analogem Funk ausgerüstet. Unser Bild zeigt Niestes Gemeindebrandinspektor Heiko Schäfer (links) und Stellvertreter Benjamin Boßmann mit mobilen Funkgeräten.

Nieste/Kassel. Die Einführung des Digitalfunks bei den Feuerwehren zieht sich weiter hin und sorgt für Frust und Ärger.

„Und dann nimmt das Trauerspiel seinen Lauf." Was Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD) zu dieser eher resignierten Einschätzung bringt, ist die Einführung des Digitalfunks für die Rettungskräfte in Hessen und hier speziell für die kleine Feuerwehr von Nieste.

Die hat zwar gerade ihr nagelneues LF 10 für den Brand- und Katastrophenschutz im Wert von 200 000 Euro in Dienst gestellt und ist damit so gut gerüstet wie noch nie. Und das schicke, rot glänzende Einsatzfahrzeug hat auch ab Werk sowohl analogen wie auch den künftigen digitalen Funk an Bord. Doch die beiden anderen Autos der Wehr müssen jetzt mit dem Digitalfunk nachgerüstet werden - obwohl Gemeindebrandinspektor Heiko Schäfer und sein Stellvertreter Benjamin Boßmann nicht wissen, wann die neue Technik tatsächlich an den Start geht.

Schäfer: „Woran es klemmt, kann uns keiner sagen, der Informationsfluss aus Wiesbaden an die Wehren ist sehr spärlich.“

Etwa seit 2006 läuft die bundesweite Umrüstung von Polizei, Rettungsdiensten und Wehren auf den leistungsstärkeren Digitalfunk - doch in Hessen ist es eine Geschichte der Pannen und Verzögerungen. „Das führt dazu, dass wir jetzt möglicherweise jahrelang doppelgleisig fahren müssen - auf Kosten der Kommunen“, bedauert Paul. Und weiter: „Alle Vorgaben und Fristen dümpeln vor sich hin, klare Angaben und Fakten für die Einführung fehlen, es ist eine frustrierende Geschichte.“

In Zahlen ausgedrückt: Nieste muss beide Löschfahrzeuge mit jeweils vier analogen und vier digitalen Handfunkgeräten ausstatten, den Einsatzleitwagen mit je zwei Geräten, den Stützpunkt mit je einem. Pro Fahrzeug sind das Kosten zwischen 300 und 500 Euro.

Bis Ende dieses Jahres müssen alle Wehren ihren Bedarf an Funkgeräten der zentralen Einkaufsstelle melden. Immerhin einen Vorteil hat die endlos lange Beschaffungsgeschichte: Die Kosten der Motorola-Funkgeräte für Nieste waren vor Jahren mit über 60 000 Euro veranschlagt. Wegen des Preisverfalls und des mittlerweile eingeführten zentralen Einkaufs durch das Land muss die Gemeinde nur noch 32 000 Euro berappen.

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