Umweltverband übt Kritik an Gemeinde Lohfelden

Ärger um den Vogelschutz

Beobachtungsstand: Der hölzerne Verschlag am Vollmarshäuser Teich ermöglicht einen Durchblick auf das Biotop. Unser Foto zeigt (von links) Dieter Werner als Sprecher des Agenda-Arbeitskreises Umwelt und Naturschutz der Gemeinde Lohfelden sowie Manfred Henkel und Ullrich Kindervater von der Nabu-Ortsgruppe. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Die Nabu-Ortsgruppe Lohfelden hat am Vollmarshäuser Teich einen Beobachtungsstand errichtet, von dem aus Besucher und Mitglieder Graugänsen, Zwergtauchern oder Kranichen zusehen können. In Kürze soll noch eine Nisthilfe für Weißstörche angelegt werden.

Doch die Naturschützer, die das Biotop in den vergangenen Jahren mit dem kommunalen Agenda-Arbeitskreis für Umwelt und Naturschutz entwickelt haben, fühlen sich vom Bauamt der Gemeinde Lohfelden gegängelt.

Das Warten auf einen von der Verwaltung bei einem Öko-Büro in Auftrag gegebenen Pflegeplan behindere weitere von der Ortsgruppe geplante Maßnahmen für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, heißt es.

Die Naturschützer sind für das Teichprojekt von der Eon-Mitte-Stiftung mit 5000 Euro gefördert worden. „Die finanziellen Mittel sind vorhanden, wir hätten nach der erfolgreichen Ausbaggerung längst mit der Anlegung der Hecke an der Verlängerung der Schillerstraße anfangen und einen Graben ausheben können“, sagt Manfred Henkel.

Dem Nabu-Vorsitzenden gefällt die kostentreibende Fremdvergabe des Pflegeplans nicht. „Das hätten wir selbst leisten können“, sagt der Naturexperte. Außerdem, so Henkel weiter, werde die Hecke gebraucht, um die brütenden Wassertiere und Vögel vor freilaufenden Hunden zu schützen.

Der Beobachtungsstand, der an einem seitlich am Biotop vorbeiführenden Feldweg errichtet wurde, hat 2300 Euro gekostet. Das Geld für den Stand stammt zum großen Teil aus Lotto-Mitteln des Landes Hessen. Den Kontakt nach Wiesbaden hatte der Ehrenbürger der Gemeinde Lohfelden, Wolfgang von Heusinger, vermittelt. Zu den ersten Besuchern der neuen Beobachtungsanlage gehörte Naturliebhaberin Anja Schott aus Lohfelden. „Ich stehe hier in meiner Freizeit total gern“, sagt die kaufmännische Angestellte, als sie eine Blässralle mit ihren vier Jungen auf dem Teich beobachtet. Die Naturschützer und Arbeitskreismitglieder sind froh, dass sich das Ökosystem in dem vor neun Jahren vernässten Bereich des Vollmarshäuser Teichs „mehr als positiv entwickelt hat“.

Immer wieder ließen Mitglieder oder Bürger die am Biotop gesichteten Wildgänse und Enten, Blässhühner, Bussarde oder das 2011 erstmals beobachtete Blaukelchen in die einschlägigen Beobachtungslisten aufnehmen, sagten die Naturliebhaber. Infos im Netz: www.naturgucker.de

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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