Affendame Zacki: Zuhause auf dem Gnadenhof in Asel am Edersee

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Fühlt sich wohl: Affen-Dame Zacki in ihrem neuen Zuhause.

Asel/Fuldatal. Man sieht der Stiegmühle an, dass ihre Besitzer ihr Leben den Tieren verschrieben haben. Da laufen zwei Nandus neben Pferden und Ziegen auf einer Weide, gleich daneben läuft ein altes Brauereipferd neben einem Mini-Pony und auch ein paar Schafe tummeln sich dort.

Hängebauchschweine, Laufenten und Ziegen wissen, dass es gleich Futter gibt und machen sich bemerkbar. Und die Affen im Gehege machen auch schon auf sich aufmerksam.

Unter diesen ist auch Zacki, die etwa ein Jahr alte Rotgesichtsmakaken-Dame. Jenes Tier, das im Januar in Wahnhausen auf einem Feld entdeckt, in eine Scheune gelockt und schließlich in einer spektakulären Aktion mit Hilfe der Fuldataler Feuerwehr eingefangen wurde.

Bei Norman Siegel und seinem Team auf dem Hof der historischen Stiegmühle fühlt sich die Affen-Dame sichtlich wohl. Hier, auf dem Gnadenhof Vöhl in Asel leben 97 Tiere, fünf Menschen und eben auch Zacki. Meist hat all das, was die Tiere vor der letzten Zuflucht auf dem Gnadenhof erlebt haben, nichts mit artgerechter Haltung zu tun. Dafür aber mit falsch verstandener Tierliebe. Wie eine in Windeln gepackte Zacki, als sie im Januar entdeckt wurde. „Das sehen die Leute im Fernsehen und machen es dann auch so“, sagt Siegel. Doch Affen hassen das. Aber ohne Windel wäre die Wohnung der Affenbesitzer nicht lange sauber.

Nach ihrer Ankunft in Asel „haben wir ein Integrationsprotokoll geschrieben und konnten sehen, dass Zacki sich gut einlebt und auch keine Angst vor dem Primaten Mogli hat.“ Schon in der zweiten Nacht hat Zacki eng umschlungen mit den anderen Affen geschlafen. „Und Fellpflege betrieben“, sagt Selina Horn vom Gnadenhof. „Sie ist richtig lebendig geworden“, schwärmt sie.

„Zacki wurde uns von der Artenschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel in Obhut gegeben“, sagt Norman Siegel. Allerdings habe der Gnadenhof Zacki nur auf Probe aufgenommen. „Wir konnten ja nicht wissen, ob sie sich in unsere Affengruppe, eine Kapuzinerfamilie, eingliedert. Doch das war kein Problem.“

Kein Verständnis für die Affenhaltung in Wohnungen hat Siegel. Auf dem Gnadenhof darf Zacki nun bis an ihr Lebensende bleiben. Eigens für die Affen hat man dort ein gut 62 Quadratmeter großes Außengehege errichtet. Tipps dafür gab es von Zoos. Für das neue Außen- und Innengehege fielen über 14 000 Euro Kosten an.

Anfangs hat man auf dem Gnadenhof übrigens vermutet, Zacki könne keinen Ton von sich geben. „Manchen Affen, die von Menschen aufgezogen werden, werden die Stimmbänder entfernt, damit ihr Geschrei nicht nervt.“

Mittlerweile kommuniziert Zacki mit ihren Artgenossen. Und sie ist schlau: „Wenn es in den Stall geht, wartet Zacki draußen und hofft, ein Leckerli zu bekommen. Meistens erhält sie das auch.“ Zacki ist eben auf Zack.

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