Förderverein zeigte in Lohfelden Flagge: Marketing für nordhessische Spezialität soll verstärkt werden

"Erhalten durch Aufessen": Tag der Ahlen Wurscht

Schlange stehen für Spezialitäten: Sylwia Luckhardt (links) reicht hier Albert Christmann aus Kaufungen (rechts) ein deftiges Wurstbrot. Die Schwälmer Metzgerei bot wie die übrigen Standbetreiber eine große Auswahl an Ahler Wurscht an. Fotos: Dilling

Lohfelden. Strack, rund, knorrig, als Keule, scharf, würzig, vollmundig: Am Ahle-Worscht-Tag in Lohfelden wurde gezeigt, in welcher Form die nordhessische Spezialität vorkommt - und wie lecker sie ist. Ein Ausflug:

Es gibt sie strack, rund, in knorriger Form und neuerdings als Herkuleskeule (von der Kasseler Fleischerei Rohde) für den Hessentag im nächsten Jahr in Kassel. Sie ist mal scharf, mal vollmundig, aber immer würzig. Alle Varianten haben eins gemeinsam: „Ahle Wurscht schmeckt immer hervorragend“, sagte Reiner Brinker aus Fuldabrück.

Tag der Ahlen Wurscht

Der Rentner nutzte wie viele andere Liebhaber der nordhessischen Spezialität den Ahle-Wurscht-Tag im Lohfeldener Löwenhof, um sich an den Ständen der spezialisierten Hersteller der Region einzudecken, während im Saal vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Förderverein nordhessische Ahle-Wurscht-Flagge zeigte und seine Strategie zur weiteren Verbreitung der Spezialität vorstellte.

Neun Fleischereien hätten sich mittlerweile auf den hohen Qualitätsstandard des Vereins, der einmal im Jahr kontrolliert werde, verpflichtet, sagte der Vorsitzende Matthias Pflüger. Während sonst nur noch Masse und Profit zählten, setze der Verein auf nachhaltige, in der Region verwurzelte Nahrungsmittel. Dabei sollen die Brüder Grimm der Ahlen Wurscht zu noch mehr Popularität verhelfen: Der Verein probt den Schulterschluss mit dem Regionalmanagement. Die Wurst wird zum Marketing-Schwerpunkt von dessen Tourismus-Initiative Grimm-Heimat Nordhessen.

Video: So wird Ahle Wurscht hergestellt

Schließlich hätten die Märchen-Dichter die Ahle Wurscht sehr zu schätzen gewusst, sagte Pierre Schlosser von der Grimm-Heimat.

Zwei Festredner brachten ihre Ideen für eine Marketingoffensive ein. Die Fans der Ahlen Wurscht sollten sich doch beim nächsten Eon-Mitte-Marathon engagieren und eine eigene Staffel aufstellen, empfahl Lohfeldens Bürgermeister Michael Reuter (SPD), selbst ein Ausdauerläufer. „Ahle Wurscht und Sport passen gut zusammen“, sagte er.

Der Förderverein solle den Hessentag in Kassel im nächsten Jahr als Plattform nutzen, sagte Hessens Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Sie habe außerdem mitbekommen, dass sogar die Vietnamesen heiß auf die nordhessische Spezialität seien. Schließlich könne die Wurst den Fleischern helfen, mehr junge Leute für ihr Handwerk zu begeistern.

Eins ist klar: Die Ahle Wurscht, ein warm verarbeitetes Überbleibsel aus der Zeit der bäuerlichen Hausschlachterei, nur zu feiern, reicht nicht. Man müsse sie „erhalten durch Aufessen“, sagte Dr. Hanns-Ernst Kniekamp von Slow Food, einem Verein für nachhaltiges Essen, der auch die Ahle Wurscht unterstützt und rechtlich hat schützen lassen. Die Gäste folgten dem Appell Kniekamps prompt am Buffet, das der Verein aufgefahren hatte.

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