Seit 40 Jahren gibt es in Ahnatal Volksläufe – 500 Teilnehmer kamen zur Premiere

Ahle Wurst als Stärkung

Erster Volkslauf: 1974 gingen in Weimar die Sportler zum ersten Mal auf die Laufstrecken. Repro: Kisling

Ahnatal. „Da kamen pfiff’ge Leute drauf: Wird’s frostig, gibts nen Winterlauf! So schufen Ahnataler Freunde sich eine treue Fan-Gemeinde“, heißt es in Heinz Werneburgs „Moritat des unbekannten Ahnataler Winterläufers“, das Werneburg zu einer der ersten Ahnataler Winterlaufserien schrieb.

Seit 40 Jahren werden in Ahnatal Volksläufe angeboten. Seine Anfänge fand das Wettkampfgeschehen 1972 mit einem Volkslauf- und Gehertag in Weimar. Im Oktober 1973 gründeten laufbegeisterte Ahnataler Familien die Laufgemeinschaft (LG) Ahnatal, die zum ersten Mal die Möglichkeit bot, unter einem Ahnataler Verein an Volksläufen teilzunehmen.

1974 kam dann der erste Internationale Weimarer Volkslauf hinzu. Die Schwierigkeit für die Organisatoren: Die Medaillen landeten anstatt in Ahnatal im thüringischen Weimar. Drei Wochen dauerte es, bis sich die kommunalen Aufsichten der DDR entschlossen, die Medaillen an ihren eigentlichen Bestimmungsort zu schicken.

500 Teilnehmer im Alter zwischen drei und 80 Jahren waren beim ersten Lauf zu Gast. 109 weitere sportlich Aktive wanderten die Strecke. Die LG hatte sich zu diesem Zeitpunkt aufgelöst und sich unter der Abteilung „Sport für Jedermann - Volkslauf“ dem Tuspo Weimar angeschlossen. Das tatkräftige Helferteam rief noch im selben Jahr einen 25-Kilometer-Lauf über den Dörnberg nach Wilhelmstal sowie die „Wintermarschserie“ ins Leben.

40 Jahre später ist von den drei Weimarer Läufen nur noch der Ahnataler Wintermarsch, der heute Winterlaufserie heißt, übrig geblieben. Dafür ist die Winterlaufserie umso erfolgreicher. Die Organisatoren Thomas Wieczorek und Andreas Arendt und ihr rund 20-köpfiges Helferteam begrüßen zu den Läufen stets zwischen 200 und 300 Läufer - eine hohe Zahl im Vergleich mit anderen Laufserien in Deutschland.

Neue Blockhütte

Zum Jubiläum haben sich die Veranstalter etwas gegönnt: Die Zeitmessung erfolgt nicht mehr wie bisher provisorisch aus einem Autokofferraum, sondern aus einer neuen Blockhütte über dem Zieleinlauf. Außerdem soll eine elektronische Anzeigetafel angeschafft werden.

An solche technischen Maßnahmen war vor 40 Jahren noch nicht zu denken. Dafür ging es damals zünftiger zu. Parallel zum 25 Kilometerlauf, dessen erste Auflage der heutige Kasseler Trainer Udo Engelbrecht in einer Spitzenleistung von 1:38:50 gewann, wurde eine Wanderung angeboten - mit der Möglichkeit, sich am Caldener Lindenrondell nach zwölf Kilometern mit „Ahler Wurst“ zu stärken.

Insgesamt nahmen im ersten Ahnataler Volkslaufjahr 1714 Sportler teil. Heute gibt es neben der Winterlaufserie, deren vierter Lauf am Sonntag, 9. Februar, stattfindet, den Heckershäuser Abendvolkslauf, der jedes Jahr regelmäßig rund 800 Teilnehmer zählt.

Von Tobias Kisling

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