Alte Schwellen von 1928

Auf neuen Gleisen durch den Bahnhof

+
Ein Großteil der neuen Gleisanlage aus Richtung Kassel liegt bereits. Ein Mitarbeiter der Gleisbaufirma Albert Fischer aus Elze geht die Strecke noch einmal ab, bevor die Gleisstopfmaschine eintrifft.

Ahnatal. Am vergangenen Wochenende bestimmten noch einmal die Bagger einer niedersächsischen Gleisbaufirma das Geschehen im Bereich des Bahnhofes Weimar. Im dritten und letzten Bauabschnitt wurden die restlichen 120 Meter Gleise zwischen den vorhandenen Weichen entfernt und durch neue ersetzt.

Die Maßnahme wurde erforderlich, um die Strecke für Kurhessenbahn und Regiotram zukunftsfähig zu gestalten, sagte ein Sprecher der Bahn.

Mit Rücksicht auf die Anwohner wurde an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden nur samstags und sonntags zwischen 6 Uhr und 22 Uhr gearbeitet. Dabei wurde die insgesamt 380 Meter lange Baustrecke komplett gesperrt. Ein Busersatzverkehr wurde eingerichtet.

Alte Schwellen von 1928

„Die alten Gleise mit den Holzschwellen, die teilweise noch aus dem Jahr 1928 stammen, wurden in Abschnitten von sechs Metern aufgetrennt und ausgebaut“, erklärt Bauleiter Bernd Dymanski von der Firma Albert Fischer aus Elze bei Hildesheim.

Alte und neue Schwellen

Dann sei der vorhandene Schotter, der durch Lehm stark verunreinigt war, ausgebaggert und durch neuen ersetzt worden. Dazu brachte ein Arbeitszug insgesamt 1500 Tonnen Basaltschotter aus dem Harz an die Baustelle. Nachdem das neue, etwa 30 Zentimeter hohe Gleisbett fertig war, setzte ein Bagger die neuen Gleisabschnitte mit modernen Betonschwellen auf das Gleisbett.

„Der ausgebaute Schotter ist dermaßen belastet und verunreinigt, dass er so nicht weiterverwendet werden kann“, bestätigt der Fachmann für Gleisbau. Er wird nach Abschluss der Gleisbauarbeiten mit Lastwagen abtransportiert. Dabei muss die Ladefläche für den Transport abgedeckt werden.

Schotter für Straßenbau

Das alte Material wird laut Bahnsprecher speziell behandelt. Nur etwa 30 bis 50 Prozent des Materials könne nach einer Reinigung erneut verbaut werden. Der übrige Schotter werde zerkleinert und eventuell im Straßenbau verwendet. Die ausgebauten Holzschwellen gelten als Sondermüll. Sie werden geschreddert und anschließend verbrannt.

Zwei Bagger, ein Arbeitszug mit sechs schweren Schotterwaggons sowie zwölf Arbeiter waren jetzt an der Baustelle, um innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters die anstehenden Arbeiten zu erledigen.

Mit Erfolg, denn am Sonntagmorgen war bereits die Gleisstopfmaschine auf der Strecke, um die Gleise auszurichten und den Schotter einzuarbeiten.

Seit Montagmorgen fahren die Züge wieder planmäßig in beide Richtungen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.