Gemeinde zieht Schlussstrich

Ahnatal beendet Zusammenarbeit mit der Werk-Hilfe Calden

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So sollte es aussehen: Entwurf des Sozialen Zentrums, das die Werk-Hilfe Calden für Weimar plante. Entstehen sollten verschiedene Gebäude für Wohngruppen, Häuser mit Eigentums- und Mietwohnungen, ein Pflegezentrum und Begegnungsstätte sowie privat zu erwerbende Reihenhäuser. Der Entwurf stammt vom Kasseler Büro Kramer Debes Leininger. Montage: HNA

Ahnatal. Die Gemeinde Ahnatal zieht einen Schlussstrich unter das Projekt Soziales Zentrum und die Zusammenarbeit mit der Werk-Hilfe Calden, die dieses in Weimar realisieren wollte.

In der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend wurde dies auf Antrag der CDU-Fraktion mit den Stimmen von CDU, Grünen und LWG beschlossen. Die SPD enthielt sich.

Die Sozialdemokraten votierten für einen weiteren Antrag von CDU und Grünen. Danach soll die Verwaltung „schnellstmöglich“ die Voraussetzungen schaffen, dass in Weimar Anlagen mit barrierefreien Miet- und Eigentumswohnungen sowie Pflegewohnangeboten geschaffen werden. Altengerechte Mietwohnungen sollen auch im sozialen Wohnungsbau entstehen.

„Die Posse Sozialzentrum muss endlich ein Ende haben“, begründete CDU-Fraktionschef Rüdiger Reedwisch den Vorstoß seiner Fraktion. Die habe seit März 2008 alle Beschlüsse im Parlament mitgetragen, damit das Konzept der Werk-Hilfe in Weimar realisiert wird. Und dies, obwohl „uns von vornherein seriöse Angaben zum Projekt fehlten und wir auch die Finanzierung infrage gestellt haben“. Letztlich habe sich herausgestellt, dass seitens der Werk-Hilfe kein Geld für das Sozialzentrum beschafft wurde.

Immer wieder, zuletzt im vergangenen Dezember, habe das Parlament Auskunft von der Werk-Hilfe über den Stand der Planungen gefordert, meinte Reedwisch. Erneut sei die Gemeinde, seien 100 Ahnataler Bürger, die Interesse an einem Platz oder einer Wohnung im Sozialzentrum hatten, „hingehalten, verkaspert und belogen“ worden. „Wir sind alle reingefallen.“

Das Sozialzentrum in Weimar habe „wohl nie den Projekt-Status verlassen“, sagte Gerlinde Schaub (Grüne). Zuletzt habe die Werk-Hilfe den Eindruck vermittelt, dass „kein echtes Interesse mehr bestand“. Daher sei es jetzt das Beste, „dass man sich trennt“.

„Setzen Sie ein deutliches Signal“, appellierte Bürgermeister Michael Aufenanger an die Gemeindevertreter. Sechs Jahre sei die Gemeinde von der Werk-Hilfe ausgebremst worden. Die habe zuletzt in einem Brief mitgeteilt, das Projekt ruhen zu lassen. Angeblich auch, weil ein kleineres Projekt für Altenpflege und barrierefreies Wohnen am Siebenborn realisiert werden soll. Darüber sei er „sehr verwundert“, meinte Aufenanger, denn ein entsprechender Bedarf sei in Weimar deutlich höher. Jetzt also die Suche nach einem neuen Partner.

Das sagt die Werk-Hilfe

Die Werk-Hilfe Calden sei grundsätzlich dazu bereit, das Soziale Zentrum Weimar zu realisieren, sagt Vorsitzender Heinz-Dieter Olbrich. „Allerdings müssen wir auf die Wirtschaftlichkeit achten.“ Und die sehe jetzt, da die Gemeinde „einfach ein Grundstück am Siebenborn verkauft hat, was bei uns nicht gut angekommen ist“, anders aus.

Dort sollten 24 Pflegeplätze und 22 seniorengerechte Wohnungen entstehen wie auch im Sozialzentrum der Werk-Hilfe. Daher sei der Siebenborn „kein völlig anderes Projekt, das uns nicht betrifft“, sagt Olbrich. Und: „Wir setzen nicht etwas für neun Millionen Euro hin, wenn unsere Wohngruppen infrage gestellt sind.“

Die Pläne für Weimar seien kein „Spaß-Projekt“. Dies zeige sich auch darin, dass die Werk-Hilfe in Espenau vor einem halben Jahr für 5,2 Millionen Euro ein ähnliches Zentrum eröffnet hatte. Wenn die Möglichkeit bestehe, wolle man auch das Projekt in Weimar umsetzen. Olbrich: „Wir warten jetzt, ob die Gemeinde noch mal auf uns zukommt.“

Von Michael Schräer

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