Für Schwimmer ungefährlich

Ahnatal: Keine Angst vor den Süßwasser-Quallen im Bühl

Nur auf den ersten Blick wirkt alles ruhig. Unter der Oberfläche herrscht reges Treiben.

Ahnatal. Wenn es wieder wärmer wird im Natursee Bühl in Ahnatal-Weimar, zeigt sich die Süßwassermeduse. Die Quallenart ist vielen immer noch unbekannt und sorgt immer wieder für Verunsicherung bei Badegästen.

Dass die etwa zwei Zentimeter großen Quallen, die über bis zu 500 fadenförmige Tentakel verfügen, in dem Freizeitsee zu finden sind, berichtete uns HNA-Leser Michael Zeising aus Kassel. Er bemerkte bei seinem letzten Besuch winzige kleine Quallen, die sich zu Hunderten im Wasser tummelten. Angst hatte er keine, wie er auf Rückfrage erklärte. „Die Tierchen sind für Menschen völlig harmlos.“

Zum Ortstermin hatten sie sich allerdings alle gut versteckt. Nur ein paar Fische waren im klaren Ufergewässer zu sehen. Vielleicht war es noch nicht warm genug, denn die Quallenart, auch Medusen genannt, bevorzugen warme, stillstehende Gewässer.

Wie ein Sprecher der Gemeinde Ahnatal auf Nachfrage der HNA mitteilt, sei bekannt, dass die kleinen Quallen in unregelmäßigen Abständen auftauchen, aber regelmäßig im Herbst wieder verschwunden sind. „Die Besucher können unbeschwert im See schwimmen, niemand muss die kleinen Quallen fürchten,“ erklärte er weiter.

Begegnungen mit den Tierchen im See hatte auch eine Besucherin, die nicht genannt werden möchte. „Die Tiere schweben wie kleine Feen durch das Wasser“, meinte sie, „aber sie sind harmlos und brennen nicht auf der Haut wie andere Quallenarten,“ sagt sie.

Von Lutz Herzog

Hintergrund

Die Süßwasserqualle (Meduse) stammt von den Nesseltieren ab, besteht zu 99,3 Prozent aus Wasser und erreicht eine Größe von maximal 2,5 Zentimetern. Ihren Lebensraum findet sie in langsam fließenden und stehenden Gewässern, in denen sich die Uferzonen stark erwärmen können. Die Meduse Craspedacusta sowerbii, so der wissenschaftliche Name, stammt wahrscheinlich aus China und wurde 1880 zum ersten Mal in England in einem Gewächshaus entdeckt. Mit ihren über 600 fadenförmigen Tentakeln fängt sie ihre Nahrung, die überwiegend aus Kleinkrebsen, Rädertieren oder Einzellern besteht. Süßwasserquallen sind für Menschen harmlos und haben auch nichts mit einer mangelnden Wasserqualität zu tun. Die längste Zeit ihres Lebens überdauert die Meduse jedoch nicht als schirmartig geformtes Tier, sondern als Polyp, der das ganze Jahr über am Boden von stehenden Gewässern vorkommt. Diese unauffälligen Polypen, aus welchen Medusen durch Knospung entstehen, besitzen keine Tentakel und kommen als Einzeltier. Wahrscheinlich schleppten Vögel die Polypen in den Bühl ein. 

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