Entscheidung gilt rückwirkend

900.000 Euro Überschuss: Ahnatal senkt die Abwassergebühren

Ahnatal. Die positive Nachricht zuerst: Unterm Strich werden die Gebühren, die Ahnataler Bürger für Schmutzwasser, Niederschlagswasser und Trinkwasser zusammen zahlen müssen, sinken. Und zwar schon rückwirkend mit Beginn dieses Jahres. 

Pro Kubikmeter werden dann 18 Cent weniger fällig. Abwasser- und Niederschlagswasser werden insgesamt um 54 Cent billiger. Die Trinkwassergebühr steigt dagegen um 36 Cent auf 2,53 Euro ab dem kommenden Monat. Für die SPD-Fraktion war die Änderung der entsprechenden Gebührensatzungen der Anlass für einen heftigen verbalen Schlagabtausch mit CDU-Bürgermeister Michael Aufenanger: Die Verwaltung kalkuliere die Gebühren intransparent und nehme sich im Ergebnis einen Kredit bei den Bürgern, wohl um den gemeindlichen Haushalt leichter ausgleichen zu können. So lautet der SPD-Vorwurf.

Bürgermeister Aufenanger hatte zuvor berichtet, dass in den vergangenen vier Jahren bei den Entwäserungsgebühren ein Überschuss von 900 000 Euro, bei der Wassergebühr dagegen ein Defizit in fünfstelliger Höhe aufgelaufen sei. Das habe die jüngste Nachkalkulation ergeben.

Die Gemeinde habe sich auf diese Weise von den Bürgern ein „zinsloses Darlehen“ einräumen lassen, hieß es aus Reihen der Sozialdemokraten. Es sei eine „Frechheit“, wie die Verwaltung mit dem Geld der Bürger umgehe. Die Einschaltung der Kommunalaufsicht behalte sich die Fraktion vor.

Aufenanger und die CDU-Fraktion wiesen diese Vorwürfe scharf zurück. Man könne nicht ständig diese Gebühren neu kalkulieren, das sei viel zu aufwändig. Der Überschuss sei maßgeblich dadurch entstanden, dass die Gemeinde ursprünglich geplante Umbauten an der Kläranlage, für die Kosten von 700 000 Euro eingestellt worden waren, später zurückgestellt habe. Außerdem hätten sich erhebliche Veränderungen bei Abschreibungen und Zinskosten ergeben, sagte Aufenanger.

Beim Trinkwasser müssten nun die Aufwendungen, mit denen man vor vier Jahren nicht habe rechnen können, in die neue Kalkulation eingearbeitet werden. Schließlich bekämen die Bürger nun durch die Gebührensenkung nach und nach das zu viel bezahlte Geld ja zurück. Die SPD enthielt sich bei der Abstimmung über die Gebührenänderungen.

Eine sofortige Rückzahlung der 900 000 Euro an die Bürger sei für die Gemeinde finanziell nicht leistbar oder müsste über Steuererhöhungen finanziert werden, sagte Fraktionschef Thomas Dittrich-Mohrmann gegenüber der HNA.

Rubriklistenbild: © dpa

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