Verwilderte Tiere

Ahnatal: Streunende Katzen werden zu Problem - Kastrationspflicht gefordert

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Falle mit Köder: Eireen Käkel (links) und ihre Cousine Brit Käkel zeigen eine Lebendfalle, in der die herrenlosen Katzen gefangen und dann zur Tierärztin gebracht werden. Auf der Wiese und den Feldern hinter den Häusern an der Alten Straße leben besonders viele verwilderte Hauskatzen.

Ahnatal. Streunende Katzen werden in Ahnatal zum Problem. Nun sollen die Tiere kastriert und gekennzeichnet werden. 

Herrenlose Katzen, die durch die Gärten streifen, die Vogelpopulation dezimieren und sich bei Revierkämpfen immer wieder schwer verletzen – laut Eireen Käkel ist das an der Alten Straße im Ahnataler Ortsteil Heckershausen ein echtes Problem. „Hier laufen bestimmt um die 25 verwilderte Hauskatzen herum. Und es werden immer mehr“, sagt sie.

Falle mit Köder: Eireen Käkel (links) und ihre Cousine Brit Käkel zeigen eine Lebendfalle, in der die herrenlosen Katzen gefangen und dann zur Tierärztin gebracht werden. Auf der Wiese und den Feldern hinter den Häusern an der Alten Straße leben besonders viele verwilderte Hauskatzen.

Höchste Zeit, etwas zu unternehmen, dachte sich die 26-Jährige und wandte sich unter anderem an den Landestierschutzverband Hessen. „Die haben ein Katzen-Kastrationsmobil. Doch es wäre sehr aufwendig gewesen, das nach Ahnatal zu holen“, erklärt die Studentin, die für die Grünen im Gemeindeparlament sitzt.

Die Katzen zu fangen und ins Tierheim zu bringen sei auch keine Option, da diese wilden Katzen nicht an Menschen gewöhnt und kaum vermittelbar seien. Weil es ähnliche Probleme auch an anderen Stellen in der Gemeinde Ahnatal geben soll, setzten sich Käkel und ihre Fraktion für eine Lösung auf kommunaler Ebene ein.

Auf Antrag der Grünen beschlossen die Gemeindevertreter nun mehrheitlich, dass die Kommune ab dem kommenden Jahr 2018 jährlich die Kosten für die Kastration von bis zu 25 herrenlosen Katern und Katzen in der Gemeinde übernimmt. Und zusätzlich auch die Kosten für eine Tätowierung im Ohr zur Kennzeichnung dieser herrenlosen Tiere. Im laufenden Jahr werden zudem die Kosten für zehn Kater und Katzen übernommen.

Geld für Kastration von Ordnungsamt

Wer eine verwilderte Katze kastrieren lassen will, der sollte sich aber auf jeden Fall im Vorfeld an das Ordnungsamt wenden und dort den genauen Ablauf klären; damit das Geld für die Kastration von der Gemeinde zurückerstattet werden kann. Die Kosten für eine Kastration und Tätowierung liegen laut Bürgermeister Michael Aufenanger etwa zwischen 70 und 150 Euro.

Eine Schwierigkeit ist nach Ansicht des Rathauschefs die rechtliche Komponente. Denn ob eine Katze tatsächlich herrenlos ist, sei nicht immer zu erkennen. Unter Umständen könnte so eine Katze gegen den Willen ihres Besitzers kastriert werden.

In die Falle gegangen: Mehrere Katzen haben die Anwohner der Alten Straße in in Ahnatal in den vergangenen Tagen bereits gefangen und nach der Kastration wieder freigelassen. 

Laut Dr. Volker Olbrich, Fraktionsvorsitzender der Ahnataler Grünen, ist das jedoch kein Problem. „Durch die Kastration entsteht kein Schaden“, erklärt er. Und da nur die Kostenübernahme beschlossen wurde, sei die Kommune auch nicht haftbar. Ob das auch für denjenigen gilt, der die Katze gefangen hat, dieser Frage ist Eireen Käkel nachgegangen. „Ich habe beim Landestierschutzverband nachgefragt. Was ich bisher gehört habe, gab es da noch keine Probleme“, sagt sie.

Der jetzige Beschluss ist für die Grünen nur der erste Schritt. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass in Ahnatal eine Kastrations-, und Kennzeichnungspflicht für Katzen eingeführt wird. Welche Form das haben könnte, das muss noch geklärt werden“, sagt Eireen Käkel.

Kontakt: Gemeinde Ahnatal, Wilhelmsthaler Straße 3 in Weimar, E-Mail info@ahnatal.de, Telefon 05609/6280

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